Knochen- und andere Geschichten

Nun gut, die Knochengeschichte hat ganz schön zu reden gegeben. Der Fund sei jetzt beim archäologischen Dienst archiviert und nein – es liege keine Leiche in unserm Haldengarten, denn es handle sich lediglich um Tierknochen, vermutlich von einem Schwein. Das meldet Martina und fügt gleich an, dass sie den Kantonsarchäologen Mathias Seifert (übrigens ein Genossenschaftsmitglied) angefragt habe, einen Vortrag bei uns zu halten, Thema: „Die Bündner Wirren auf unserer Halde“. Sie meint noch: „Bleib wachsam, Susi, damit wir bald wieder einen Blog von dir lesen können“.

Also, dann berichte ich hier, was mir die Rita vom Kulturpunkt zum Jahresbeginn eingebrockt hat. Sie meinte, ich könnte doch jungen Asylanten Deutschunterricht geben. Sie hätte da einen Afghanen vom Meiersboden. Aber ich bin ja keine Lehrerin und überhaupt, Geduld ist nicht gerade meine Stärke, sowieso habe ich kein Konzept für so etwas. Dann stellte sie mir Rafi vor. Rita musste gleich wieder weg und so taten wir, was man ja immer tun kann – wir schauten Fotos auf unserm Handy an und beschrieben diese. Eine Landschaft – nein das ist nicht Gras, das ist ein Rebberg wo Weintrauben wachsen. Ja, das ist ein Schloss, das ein Auto….

Eine Woche später gingen wir ins Naturmuseum, Da war Rafi voll dabei, er wiederholte die Namen der Tiere, schrieb Schwieriges wie Schmetterling auf, begeisterte sich besonders für das oberste Stockwerk mit den Kristallen. Klar, in seiner Heimat Afghanistan mit den hohen Bergen kommen sicher auch seltene Gesteine vor. Wir schauten dann noch dem bunten Treiben auf dem Quader-Eisplatz zu (schwieriges Wort: Schlittschuhlaufen). Und dann fragte mich Rafi, ob er noch eine Iranerin mitbringen dürfe. Diese wolle ebenfalls besser Deutsch lernen.

Gut, so besuchten wir halt zu Dritt das Rhätische Museum. Da war so ein altes Militärvelo und ich liess mir Teil um Teil erklären. Bis zur Musikausstellung mit der Bassgeige ging das so weiter. Die beiden jungen Leute waren voll bei der Sache und so schlug ich vor, mit dem Bus in die Obere Au zu fahren. Eishalle, Skatingpark, Wasserrutsche (wieder so ein Wort!) und dann die Sauna. Aber die beiden wussten ja, was ein Hamam ist, so fiel mir das Erklären leicht.

Heute nun ging es um das Christentum. Erst die Kathedrale, wo wir eine Kerze anzündeten, dann die Martinskirche, wo meine Lernenden die Orgel bewunderten, und dann ins Café zur Besprechung des Gesehenen. Ich habe Freude an den beiden lernfreudigen jungen Leuten und mache gerne weiter. Wenn sie schliesslich dank guten Deutschkenntnissen einen Job finden, dann bin ich echt auch ein bisschen stolz!

Unser Bild: meine beiden Lernenden vor der Martinskirche.

2 Antworten auf „Knochen- und andere Geschichten

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  1. Liebe Susi

    Kannst du die Buchstaben nur so aus deinen Ärmeln schütteln.

    Danke dir für den frischen und charmanten Blog.

    Herzlicher Gruss

    Martina

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  2. Ich bin so froh, Frau Suis Senti kennengelernt zu haben. Sie hilft mir, Deutsch zu lernen und natürlich ein gutes Verständnis für die Schweizer Gesellschaft zu entwickeln.

    Liebe Grüsse

    Rahmani

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