Schöne Ein- und Ausblicke

Im Umfeld von Bonaduz gibt es einen besonders reizvollen, neu angelegten Spazierweg. Dieser führt über den Hinterrhein direkt zum Bahnhöfli Reichenau-Tamins. Bisher musste man ja entlang einer ziemlich verkehrsreichen Strasse gehen, die Schloss-Liegenschaft Reichenau durchqueren, erneut die Brücke mit Autos teilen, um schliesslich zum Bahnhof Reichenau zu gelangen.

Bekanntlich wurde hier eine zweite Eisenbahnbrücke errichtet, um den Bahnverkehr in die Surselva und ins Engadin zu entflechten. Die beiden Brücken verlaufen fast parallel und sind ein technisches Wunderwerk, das man jetzt auch ganz aus der Nähe betrachten kann. Dies wird ermöglicht, da unter der alten, sanierten Brücke ein Fussgängerweg angelegt worden ist. Ja, während oben der Regionalzug nach Ilanz-Disentis Richtung Rheinschlucht braust, kann man darunter ganz gemächlich auf die andere Seite wandern, oder umgekehrt.

Von der Bonaduzer Seite aus führen ein paar Treppenstufen rechts hinauf zu dem roten Plattenweg. Wunderbar lässt sich von hier aus der Zusammenfluss des Vorder- und Hinterrheins mit dem oft unterschiedlich gefärbten Wasser beobachten. Schöne Ein- und Ausblicke! Auf der Reichenauer Seite angekommen geht es erst ein paar Stufen hinab, dann aber unterquert man die Autostrasse und muss halt eine kurze Steigung in Kauf nehmen, bis man auf dem alten Polenweg steht. Dieser Anschluss war für die Bauleute offenbar etwas heikel zu realisieren. Es dauerte denn auch länger, bis der Weg freigegeben worden ist.

Aber jetzt, ist man oben auf dem Polenweg, geht es ganz leicht zum Bahnhof und in die Unterführung zu den Gleisen. Doch erst haben wir uns einen Kaffee, ein Glacé oder einen Apéro verdient. Das kleine, klassische Bahnhofbuffet, ist nach längerer Schliessung mit Sabine und Christian Mathis wieder zum Leben erwacht. Also nicht gleich mit dem nächsten Zug zurück nach Bonaduz und in die ibc fahren, sondern erst die nette Sonnenterrasse geniessen. Heute habe ich hier ein Einerli Riesling für Fr. 4.80 getrunken – kein Grund zum Reklamieren, oder?

Bist du schon geimpft?

Nach einer gefühlten Ewigkeit fand in unserm Haus ibc gestern Samstag wieder mal ein Anlass mit Apéro statt. Anlass dazu waren die drei Neueingezogenen: Ruth, Viktoria und Heinz. Und ja, die Freude war riesig, dass wir die Neuen gemeinsam willkommen heissen durften.

Unsere Leute im Vorstand hatten im Gemeinschaftsraum sicherheitsmässig alles optimal vorbereitet: weit geöffnete Vorplatztüren, Sitzgelegenheiten mit Abstand, die Weingläser schon gefüllt, die Teller für die leckeren Brötchen parat, „und bitte zieht halt eine Jacke an, falls es euch zu kühl ist“. Die drei Neuen stellten sich einzeln mit ein paar Worten vor, und darauf wurden die Gläser gehoben.

An Gesprächsstoff fehlte es ja nicht, nachdem man sich zum Teil wochenlang nicht mehr gesehen hatte. „Bist du schon geimpft“, lautete die Einstiegsfrage. Zumindest einen Impf-Termin haben jetzt auch die Jüngeren. Was darf man also wieder unternehmen? In Bonaduz sind gleich mehrere Restaurant-Terrassen wieder geöffnet, und einige von uns waren auch schon zum Zmittag auswärts.

Allerdings soll man alles immer mit Maske unternehmen, also auch gestern war der Zutritt zu unserm Apéro quasi nur mit Maske erwünscht. Aber wie geht Essen und Trinken? Und was, wenn gerade Pollenflug ist und der Heuschnupfen zum Niessen reizt? Ich schob also meine Maske möglichst unbemerkt unters Kinn und nahm fleissig Schluck für Schluck von dem feinen Rotwein. Eine Maskenpolizei haben wir zum Glück nicht im Haus. Doch nach dem dritten Glas trollte ich mich zurück in meine Wohnung – das war wohl besser so.

Unser Bahnhof: Wir sind gern am Schalter

In Sichtnähe zu unserer Liegenschaft an der Oberen Bahnhofstrasse 4 und 6 befindet sich das Bahnhofsgebäude von Bonaduz. Dass die doch eher kleine Gemeinde Bonaduz noch einen eigenen Bahnhof mit bedientem Schalter hat, das ist für die ibc immer ein Werbeargument, wenn es darum geht, neue Mieter für unsere Wohnungen zu gewinnen. Ein gewichtiger Pluspunkt!

Viele von uns schätzen es ja auch, dass man hier nicht nur einen Automaten vorfindet, sondern von Montag bis Freitag vormittags ganz normal „wie früher“ am Schalter ein Billett lösen kann. Dafür sorgt Carmen Gredig, die ihre Kundschaft kompetent und geduldig berät. Doch kürzlich fing mich die Bahnbetriebsdisponentin auf dem Perron ab: „Susi, hast einen Moment für mich Zeit?“ Sie sei nämlich in Sorge, weil der Bahnhof Bonaduz in der Jahresrechnung einen erheblichen Verlust ausweise. Es habe im Corona-Jahr wenig Kundschaft gegeben, und auch die Erlebnisfahrten der Dampffreunde der Rhätischen Bahn konnten nicht stattfinden.

Ja und dann würden halt viele ihr Ticket online auf dem Handy besorgen. Aber was, wenn der Schalterdienst deswegen plötzlich schliessen muss? Nun, ich setze mich zuhause ans Laptop und starte gleich unter unsern Genossenschaftern eine „Sensibilisierungs-Umfrage“. Zwanzig Personen antworten und alle bringen ihre Sympathie für den Bahnhof zum Ausdruck, so etwa Pésché, der den gemütlichen, liebevoll dekorierten Wartesaal schätzt. Esther findet es toll, dass man am Schalter auch Kaffee bekommt. Einige von uns kaufen regelmässig sogar ein Erstklass-GA am Schalter. Claudio und Monika holen unter anderem die Mitfahrkarten für ihre Enkel am Schalter und Francine fand hier sogar schon Spielsachen für ihre Enkel.

Barbara, die den bedienten Bahnhof sehr schätzt, gibt jedoch zu bedenken, dass wir uns der Digitalisierung nicht entziehen können. Wenn es schnell gehen müsse, dann kaufe sie ihr Ticket übers Smartphone. Schliesslich wohnen bei uns auch noch einige Automobilisten, auf die wir ab und zu für Transportfahrten gerne angewiesen sind. Aber als Fazit: Die Leute der ibc zählen sicher zur treuen Kundschaft unseres Bahnhofs. Und wenn Esther fragt: „Ich könnte ja das BüGa am Schalter bezahlen anstatt online – nützt das?“ Dann heisst die Antwort „unbedingt!“ – damit Carmen Gredig weiterhin genügend Umsatz ausweisen kann.

Was unsere Mitglieder sonst noch so tun

Ja, schon klar, es ist immer noch ziemlich still im Haus mit der „guten Gesellschaft“ ibc in Bonaduz. Zwar sind inzwischen einige unserer Mitglieder geimpft, aber die Corona-Schutzmassnahmen werden derzeit noch keineswegs gelockert. Doch was tun die Hausbewohnenden den ganzen Tag?

Nun, eine ist jedenfalls sehr beschäftigt, denn sie wirtet in einer Skihütte im Skigebiet von Feldis. Barbara steht ja noch im Berufsleben und gehört somit zu den jüngeren Mitgliedern unserer Genossenschaft. Trotzdem stellt sie sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für die Mitarbeit in einer Skihütte zur Verfügung. Zusammen mit einem kleinen Team unterstützt sie damit die Bergbeiz Skihütte Feldis, die als Besitzerin diese urchige Verpflegungsstation betreibt. Dort habe ich sie kürzlich besucht.

Dieses Haus auf 1947 Meter Höhe, unweit der Sessellift-Bergstation, ist nämlich einzigartig. Das Stübli wird noch mit Holz geheizt, nur gekocht wird mit Strom. Die Menüauswahl, mit Kreide auf grosse Tafeln geschrieben, verblüfft. Alpkäsekuchen, Risotto, feine Desserts, dazu ein Wein aus der Herrschaft! Barbara, die ja sehr natur- und umweltinteressiert ist, darf stolz sein auf diese regionale Auswahl. Und schlau dürfen sich die Gäste derzeit auf Schlitten setzen und das Weinglas auf einem umgekehrten Harass platzieren. Die Sonne wärmt auch so…

Die Hütte verfügt auch über 14 Schlafplätze. Manchmal bleibt unsere Barbara über Nacht gleich oben und geniesst die Nähe zum Sternenhimmel. Wer sich über die Betriebszeiten informieren will, ruft die Nummer 077 536 55 15 an. Und sonst: weht die Schweizerfahne am Mast, dann ist geöffnet.

Von „guten Taten“ in der ibc Bonaduz

Kürzlich habe ich ja an dieser Stelle von unserer fabelhaften Pellets-Heizung berichtet. Aber die bildet nicht den einzigen Punkt in unserm Umwelt-Programm. Wir in der Genossenschaft ibc tun noch anderes, ohne dass wir aufgrund unseres „grünen Drahtes“ weniger Lebenslust hätten. Im Gegenteil – das Separieren und Sammeln kommt allen zugute.

Mein Enkel Lucas, derzeit als Wm in der militärischen Ausbildung in der Kaserne Chur, bekommt von mir öfters ein Feldpost-Päckli. Man weiss ja, wie mühsam es oft ist, das passende Verpackungsmaterial zur Hand zu haben. Aber bei uns im Kellerraum ist alles vorhanden: Schachteln, Füllmaterial, Schere, Klebband und Klebadresse.

Um den hauseigenen Abfallberg sinnvoll zu verkleinern, bringen wir nicht nur Zeitungen und Karton in den Keller, sondern auch Korkzapfen, Cafékapseln und altes Brot. Letzteres ist für die Esel in der Nachbarschaft bestimmt. Wöchentlich werden diese Dinge – zusammen mit dem Altplasticsack – zur richtigen Stelle gefahren.

Manchmal denke ich, was wäre, wenn ich noch in meiner hübschen Wohnung in Chur leben würde. Die Nachbarn waren ja nett, aber ob mir jemand eine Deckenlampe ausgewechselt hätte? Ich bekam eine schöne Leuchte, die sonst aus der ibc ins Brockenhaus gewandert wäre. Soll ich nun den Handwerker anrufen? Aber nein, unser Mitbewohner und Allrounder Hanspeter rückt mit der Leiter an. Nachbarschaftshilfe, nennt er diesen unentgeltlichen Dienst, und die alte Lampe wandert als Elektroschrott gleich in den Keller.

So erspart man sich in diesem Haus viele Wege. Und ja, es ist in diesem Lockdown schon ziemlich still hier. Aber das ist derzeit in Chur nicht besser, die Veranstaltungsagenda ist hier wie dort leer. Da wohne ich doch lieber in der ibc Bonaduz, wo ich immerhin täglich mit ein paar Leuten aus unserer Genossenschaft ins Gespräch komme. Besser wenige mit Abstand antreffen als überhaupt niemanden sehen….

Ein Lob auf unsere Pellets-Heizung

Bilder von Schnee und Eis zirkulieren jetzt häufig in den Medien. Also ist es überflüssig, wenn ich auch noch darstelle, wie tief der Winter in Bonaduz gerade ist. Ja, es ist herrlich, zum Fenster hinaus zu schauen und sich an der verschneiten Landschaft zu freuen! Aber richtig geniessen kann man diesen Anblick nur, wenn man sich gleichzeitig in einer angenehm warmen Wohnung befindet.

Und dies ist in den 26 Wohnungen der Genossenschaft ibc zum Glück sichergestellt. Dafür sorgt schon seit Bestehen der Gebäude, also seit zehn Jahren, unsere tolle Pellets-Heizung. Kürzlich wurden ja gerade von Ländle Pellets Dornbirn direkt ab Werk elf Tonnen der kleinen Stäbchen geliefert. Jetzt wollte ich einmal wissen, was mit diesem Holz. das aus der Region stammt, eigentlich passiert. Claudio Gadola, unser Heizungs-Obmann, hat für mich die Tür zur Vorratskammer geöffnet.

„Wir wollten ein energiefreundliches Haus“, sagt er, und Pellets seien aus Holz, einem Rohstoff, der nachwächst. Aber die Technologie war im 2011 für eine grosse Liegenschaft noch neu in Bonaduz. Inzwischen kennt Claudio den Bedarf für alle Wohnungen: jede benötigt im Durchschnitt eine Tonne Pellets pro Jahr. Klar, da sind mehrere Lieferungen erforderlich, doch dabei fallen auch Service-Arbeiten an: Lagerreinigung, Staub absaugen, Asche entsorgen, Kaminfeger… Die Heizung werde nie abgestellt und sei bei einem Kälteeinbruch sofort aktiv, weiss Claudio.

Das durfte ich selber schon erfahren. Sinkt die Aussentemperatur im Frühling oder Herbst einmal tiefer, dann habe ich dennoch eine wohlig-warme Wohnung mit 21 bis 22 Grad, ohne dass ich am Radiator irgend etwas umstellen muss. Für diese seniorengerechte Wärme sorgen Claudio und sein Stellvertreter Hanspeter, die täglich die Funktionen unserer Pellets-Heizung kontrollieren. Ihnen sei an dieser Stelle einmal herzlich „Dankeschön“ gesagt.

Bonaduz ist auch ein Wintersportort

Das tönt jetzt vielleicht komisch: Bonaduz hat weder einen Skilift noch eine Piste und soll trotzdem ein Wintersportort sein? Nun, in nächster Nähe unserer Genossenschaft gibt es immerhin eine Langlaufloipe und einen Eisplatz – wenn es denn genügend Schnee hat und die Nächte schön kalt sind. Das ist diesen Winter – Holz berühren – bis jetzt der Fall.

Auch wenn im Dorfzentrum nur noch ein paar erbärmlich schmutzige Schneehaufen liegen – entlang der Via Lag präsentiert sich der Winter ganz anders. Dort breitet sich die derzeit hart gefrorene Schneedecke aus. Der Skiclub Scardanal mit Nordicchef Johannes Mayer hat wie jedes Jahr bei genügend Schnee eine Loipe für Skating und für klassischen Stil präpariert – ursprünglich waren es sieben Kilometer, momentan sind es immerhin noch fünf Kilometer, die durch eine prächtige Landschaft führen.

Start ist beim Eisplatz unweit vom Lag. Aber was, wenn man gar keine Langlaufausrüstung hat und eigentlich eher der Wandertyp ist? Ich habe es ausprobiert und bin heute einfach mit den Wanderstöcken losmarschiert. Trotzdem ich doch brutto gut und gern 65 Kilogramm schwer bin hat mich die Schneedecke getragen. Nichts von mühseligem Einbrechen, nur hindernisfreies, fast schwereloses Gehen! Was für ein Genuss! Klar ist, dass man sich nur am Rand der Loipe bewegt und diese keinesfalls beschädigt. Aber verboten ist das Wandern entlang der Spur nicht, wie mir Johannes Mayer versichert. Allerdings dürfe man gleichwohl an die Loipenpasskasse denken (der Tagestarif beträgt fünf Franken).

Ab und zu ist mit rassigem Tempo ein Langläufer unterwegs und grüsst freundlich, aber sonst pure Winterlandschaft rundherum. Nach einer guten Stunde bin ich wieder zuhause. Jetzt verschmerze ich sogar, dass in der ibc dieses Jahr kein Dreikönigs-Brunch stattfindet, wie es sonst Tradition war. Corona zwingt uns, andere Freuden zu finden. Eine solche Freude liegt derzeit buchstäblich vor unserm Haus.

Einmal nicht von Corona reden…

Bei uns in der ibc Bonaduz ist es nicht anders als wie überall: kommen ein paar Leute mit Maske und Abstand zusammen, dann wird halt das Dauerthema „Corona“ besprochen. Zum Beispiel neulich an der Kaffeerunde. Rosmarie (Name geändert) erklärte, man müsse im Ernstfall nur Blutverdünner anwenden, das sei die beste Covid 19-Therapie. Conrad (Name geändert) hingegen schwor auf eine Studie, welche besagt, dass die Blutgruppe entscheidend sei bei einer Infektion. Er habe zum Glück Blutgruppe 0, welche sich selten anstecke. Das ist jetzt blöd für mich mit Blutgruppe B, dachte ich im Stillen. Aber es wurden ja noch andere Massnahmen auf den Kaffeetisch geworfen: häufiges Lüften der Räume und Vitamin D-Präparate nehmen.

Nun, am Ende dieser Kaffeerunde waren wir alle eher hässig als fröhlich und angesteckt – nicht vom Virus, aber leider von einer gewissen Beunruhigung. Wie gut war es da, dass unser Ruedi von der Kulturgruppe einen Kinoabend angesagt hatte. Im ibc-Kino in unserm Gemeinschaftsraum sollte „My Octopus Teacher“ gezeigt werden. Es war die Geschichte des südafrikanischen Tauchers Craig Foster, der während eines Jahres fast täglich unter Wasser einen Tintenfisch (Octopus) besuchte und mit ihm eine Verbindung aufbaute. Er hielt diese Begegnungen mit der Kamera fest und gestaltete daraus einen berührenden Film. Wir, die Hauskinogäste, sassen ganz still mit Maske da und lernten eine Lektion über die Verbindungen von Mensch und Natur.

Am nächsten Tag erinnerte ich mich an das so wichtige Vitamin D, das man sich ja nicht nur durch Medikamente zuführen kann. Es genüge schon das blosse Draussen in der Natur sein, heisst es. Ich zog mich also winterfest an, nahm die Stöcke und wanderte über verschneite Pfade Richtung Sculms. Kein Mensch weit und breit, nur stille Schneelandschaft (siehe Foto) und das Thema „Corona“ war für eine Weile ganz weit weg.

Wenn Corona ist, dann hilft ein gutes Buch

Wir sollen jetzt möglichst unter uns bleiben. „Treffen Sie so wenige Menschen wie möglich“, sagt das Bundesamt für Gesundheit, denn die Ansteckungsgefahr sei gross. Doch wer diesem Befehl nachkommen will, kann kaum mehr Freunde um sich haben. Eine andere Art von Freundschaft ist in solchen Zeiten angesagt.

In Krisenzeiten haben sich das Buch und der Hund schon immer als Freund des Menschen bewährt. In unserm Haus ibc in Bonaduz leben seit längerer Zeit drei Hunde und es gibt sehr viele Bücher. Von letzteren, also von unserer Bibliothek, soll hier die Rede sein. Als ich vor gut sechs Jahren in die Genossenschaft einzog, da fiel mir gleich die schöne Bibliothek im Gemeinschaftsraum auf. Weitsichtig hat man beim Innenausbau des Hauses eine Wand mit Regalen bis zur Decke eingerichtet. Erste Bewohner haben diese Hausbibliothek mit Büchern aus ihrem eigenen Fundus bestückt, sei es als Leihgabe oder als Schenkung. Es wurde eine Bibliothekarin gewählt, deren Aufgabe es war, die Bücher nach Rubriken alphabetisch sortiert nach Autor einzureihen. So findet man sich gleich zurecht, sei es, dass man nach einem Kriminalroman sucht, gerne eine Biographie lesen würde oder dass einem der Sinn nach Astrologie, Religion und Psychologie steht.

Zunächst wurde die Ausleihe mit Karteikarten betrieben. Aber als unsere Franziska das Bücherwesen übernahm, stellte sie vereinfachte Regeln auf: Bücherfreunde und -freundinnen sollten sich wie in einer Hotelbibliothek bedienen können. Man stellt das Werk später wieder ins Regal, ganz nach dem Motto „alles gehört allen“. Ein schönes Buch gekauft oder geschenkt erhalten? Nach dem Lesen gelangt manches aus Privatbesitz ebenfalls in unsere Bibliothek.

Genau so geht es jetzt mit „Muttner Küche gestern und heute“. Letzte Woche nahm ich als Gast an einer Buchvernissage in Chur teil. Erwin Wyss vom Walserverein Mutten als Autor präsentierte sein Buch über Kochen, Kultur und Geschichte der Menschen aus dem Walserdorf Mutten. Entstanden ist ein reich bebildertes volkskundliches Werk, in das man sich mit Wonne vertiefen kann. Erwin, der mit mir vor einigen Monaten in der TV-Sendung „Mini Schwiiz – dini Schwiiz“ zu sehen war, hat mir ein Exemplar dieses besonderen Kochbuches geschenkt. Danke! Und ganz klar, dass die „Muttner Küche“ jetzt als neuester Eingang unsere Büchersammlung bereichert. Denn Kochen und Lesen macht glücklich, und ein gutes Buch ist immer auch ein guter Freund!

Von Vollmondsuppe und Gartenaufräumen

Bitte Holz berühren (oder Stirne) – aber im Haus ibc in Bonaduz müssen wir bisher zum Glück noch keine Ansteckungen verzeichnen. Damit das so bleibt begegnen wir uns nur mit Abstand und mit allen andern Vorsichtsmassnahmen. Gleichwohl hatten wir gestern einen netten Anlass. Die Jecklins luden nämlich zur Vollmondsuppe im Garten ein. Als es schon dunkel war versammelten wir uns, die eine Hälfte unter dem Kirschbaum, die andere unter dem Nussbaum. In der Mitte unsere Feuerstelle. Da schöpfte Barbara dann die herrliche Gemüsesuppe aus, während auf dem Grill darüber die Würste Farbe annahmen.

Die Idee war raffiniert, denn es ging ja nicht nur um den Vollmond, der tatsächlich über uns am Himmel stand. Das Gartenmobiliar, auf dem wir es uns gerade mit Kissen und Decken gemütlich gemacht hatten, sollte am nächsten Tag in den Winterschlaf gebracht werden. Kurz und gut – es ging heute Samstag um den Garten-Aktionstag mit Rosen schneiden, Laub abführen, Kiesweg jäten und andern anstrengenden Tätigkeiten. Wir nutzten das schöne Herbstwetter voll Energie, denn gemeinsam lässt es sich gut arbeiten. Zur Halbzeit sorgte unsere Maya mit einem Imbiss für Stärkung und Erholung.

Ja, und auch bei uns gilt in Gruppen: sitzen gleich Maske weg, sonst Maske an. Doch wie überall gibt es auch in unserer kleinen Gesellschaft zu diesem Thema strengere und liberalere Meinungen. Die Präsenz von Corona ermüdet uns manchmal. Aber dann denke ich an die beiden Frauen, die unter unserm Dach leben und bei denen Krebs diagnostiziert worden ist. Sie würden vielleicht noch so gerne im Garten mithelfen. Also lassen wir das Jammern! Immerhin können die meisten von uns morgen Sonntag eine Herbstwanderung unternehmen.

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