Therapiehund Timo hat schon viel erlebt

Heute geht es um den dritten und mit neun Jahren ältesten Hund im Haus ibc. Auch über ihn mit Namen Timo gibt es Interessantes zu berichten:

Timo, du bist ja ein ganz Schöner! Erzähl mal, was sollte man über dich wissen?

Ich bin der Timo golden von Schlossguet und ein abricot Zwergpudel mit Stammbaum und Ausbildung als Therapiehund.

Du kamst ja damals mit deiner Meisterin Elisabeth in unsere Genossenschaft und du warst ihr ständiger Begleiter an der Seite ihres elektrischen Rollstuhls.

Ja, Schwester Elisabeth war zwar körperlich behindert, aber gleichwohl sehr temperamentvoll. Sie sauste mit ihrem Gefährt in ziemlichem Tempo durch die Wege rund um Bonaduz und hielt mich immer an der Leine. Ich musste schauen, dass ich ihr folgen konnte!

Aber dann hast du ja wirklich einen Schicksalsschlag erlitten, als sie im Dezember letzten Jahres im Pflegeheim Novellas in Vilters gestorben ist. Wie ging es für dich weiter?

Ich war ja jetzt ein Waisenhund und sehr traurig. Ein Glück, dass ich im Haus ibc neben Elisabeth noch weitere Freunde gefunden hatte. So durfte ich bei Carlo einziehen, der zwei Stockwerke höher wohnt und schon früher öfters nach mir geschaut hat. Er hat mich also quasi geerbt. Ebenfalls kenne ich die Jolanda sehr gut. Sie holt mich häufig zum Spazieren ab.

Gibt es sonst noch Abwechslung und Bewegung in deinem Pudel-Alltag?

Aber klar! Carlo hat ja eine Modelleisenbahn-Anlage quer durch seine Wohnung und ausserdem ein Boot auf dem Walensee. Da bin ich doch dabei! Zudem gibt es tägliche Ausfahrten mit dem Velo, wobei ich Carlo an der Leine begleite und wie früher neben dem Rollstuhl von Schwester Elisabeth laufe. Im freien Gelände machen wir Training mit Warten, Abrufen, bei Fuss. Und dann gibt es erst noch den Abendspaziergang… vielleicht treffe ich Paco oder Lucie, mit denen ich mich prima verstehe.

Da hast du dann sicher ein Leckerli als Belohnung verdient! Bei all diesen Aktivitäten kommst du immer schön gepflegt daher.

Ein Coiffeurbesuch gehört so alle sechs Wochen dazu. Carlo bringt mich zur Fachfrau nach Chur. Baden, Föhnen, Scheren, Ohren- und Zahnpflege – Schönheit kostet halt.

Timo, danke für das Gespräch.

Wauwau.

Hervorgehobener Beitrag

In unserm Haus ibc gibt es etwa 30 Drahtesel

Nicht alle besitzen ein Auto, aber fast alle verfügen über ein Zweirad. Jetzt wollte ich einmal wissen, was die ibc-Leute mkit ihren Fahrrädern so alles unternehmen und startete eine Umfrage. Hier eine Auswahl von Antworten:

Zuerst die beiden Paare, die ihre Velos selbst auf Reisen bis ans Meer und in fernen Kontinenten dabei haben: Monika und Claudio besitzen E-Trekkingbikes und sind am liebsten mit zwei Packtaschen am Gepäckträger unterwegs. Von der Schweizer Grenze bis nach Rom, von Dänemark zurück in die Schweiz, von Paris bis zum Atlantik oder vom Boden- zum Genfersee, jeweils mit Bahn, Bus oder Schiff zum Startort.

Auch Barbara Buol und Ruedi waren und sind zusammen mit ihren E-Bikes in ganz Europa unterwegs. Sardinien, Korsika oder etwa auf alten stillgelegten Eisenbahnstrecken in Slowenien, Belgien, Holland. Die beiden lieben die Kombination mit dem Auto, das einen Veloträger hat und dadurch Stopps nach Belieben ermöglicht. „So halten wir irgendwo am Stadtrand, schwingen uns aufs Rad und machen auf eigene Faust Entdeckungen.“ Im Herbst wollen die beiden von einer Ferienwohnung als Basisstation aus das Piemont erkunden.

Ebenfalls von Unterkunft zu Unterkunft im In- und Ausland unterwegs sind Helmut und Sibylle, die ausserdem noch ein Kindervelo besitzen. Dieses ist für die Enkelin aus Wien, wenn sie zu Besuch in Bonaduz weilt.

Jetzt folgen die Aussagen von jenen ibc-Leuten, die es gemütlicher nehmen: Hanspeter und Lisbeth lassen ihre Räder hauptsächlich im Keller stehen. Zwar hätten sie diese auch schon im Urlaub mit dem Auto dabei gehabt: „Aber die Strecken waren dann zu hügelig, es war zu warm und zu anstrengend.“ Ähnlich tönt es bei Lori und Vika: „Leider unternehmen wir viel zu wenig mit unsern Velos und fahren schon gar nicht damit ins Ausland, das wäre ja viel zu gefährlich.“ Für Ruth Buchholz ist das Velo ein Fortbewegungsmittel im Alltag, mit dem sie aber immerhin schon bis zur unteren Bonaduzer Alp gekommen ist. Liz und Heidi lieben ihr Velo für „Fun und Fahrtwind“ und radeln damit in den Gemüsegarten, zum Werkhof oder zum Rhein.

Carlo wiederum ist mit seinem dreissig Jahre alten Kettler-Alurad fast täglich Richtung Rhäzüns und Lag unterwegs, begleitet an der leichten Leine von Hund Timo. Dieser läuft dann im freien Feld ohne Leine locker mit. Erst vor fünf Jahren hat sich Silvio bei Bieler Sport Bonaduz ein E-Bike gekauft. Er liebt Bergstrecken, zum Beispiel hinauf nach Scardanal. Und das alte Velo von Jolanda ist eines Nachts gestohlen worden – es kam aber kürzlich am Bahnhof wieder zum Vorschein, mit einem Platten.

Schliesslich gibt es noch jene Menschen, die gerne begleitet von einem Bus und einer Gruppe mit dem Zweirad unterwegs sind. So wird man Pésché im September am Plattensee antreffen können. Und ich war im Juli eine Woche im schönen Altmühltal mit Basisort Gunzenhausen. Aber wer kennt schon Gunzenhausen, diese hübsche kleine mittelalterliche Stadt…

Kurz und gut, heute habe ich alle Fahrräder im Veloständer draussen, in der Garage und im Keller gezählt: ich kam auf dreissig Exemplare, dazu zwei Trottinetts. Ach ja, bald sind es noch zwei Räder mehr, wenn Franziska und Ueli als neue Mieter im Herbst bei uns einziehen – herzlich willkommen in unserm Veloparadies!

Gartenfest zur Feier 10 Jahre ibc mit Ausstellung

Das Jubiläum sollte schon letzten Sommer stattfinden, denn jetzt sind eigentlich elf Jahre vergangen, seit die ersten Personen in den Doppelbau der buonacompagnia eingezogen sind. Nun, es gibt ohnehin noch mehr Denkwürdiges im Blick auf die Baugeschichte dieser Gebäude, die an bester Lage im Dorf Bonaduz stehen. Das zeigt eine Ausstellung mit Dokumenten, die sich im Untergeschoss befindet.

Am Anfang waren ein paar Freunde, die eine neue Wohnform für das Alter 55+ realisieren wollten. Wer erst später als Mieter in die fertige Anlage eingezogen ist, kann sich kaum vorstellen, mit wieviel Ungemach diese mutigen Bauleute zu Beginn konfrontiert waren. Allein der Parzellenplan auf dem Grundstück „Prau Commissari“ muss herausfordernd gewesen sein. Und erst die Finanzierung des allerdings nicht kleinen Bauvorhabens! Briefkopien berichten von zwölf Absagen durch renommierte Banken, einzig die Raiffeisenbank bot dann Hand und gab Geld.

Im April 2010 konnte der Grundstein gelegt werden und zwei Jahre später ging das fertige Gebäude von der Baukommission an die neu gegründete Genossenschaft ibc. Daten, Fakten… aber jetzt sollte gefeiert werden! Alle Wohnungen sind ja vermietet, und die Menschen unter dem ibc-Dach waren in Festlaune. Schon am Nachmittag traf man sich unter dem Kirsch- und unter dem Nussbaum zum Apéro. Auch auswärtige Gäste waren dabei, nämlich eine Delegation aus Aegerten bei Biel. In diesem Dorf ist eine ähnliche Genossenschaft entstanden, wobei unser Vorstand den dortigen Bauleuten mit Knowhow Unterstützung geben konnte.

Also es gab dann Kartoffelsalat mit Fleischkäse und ein himmlisches Dessert. Sodann gings zum Boule-Turnier auf unserm planierten Spielplatz. Die Zweierteams rollten oder warfen die Kugeln möglichst nahe zum Cochonnet, und Schiedsrichter Pesche sorgte mit Massstab und Augenmass für ein regelkonformes Spiel. Grossartige Stimmung bis zum Eindunkeln und viel Applaus, als Spielleiter Carlo dem Siegerteam Ruedi und Pesche einen fast echten Pokal überreichen konnte.

Lucie, der Wirbelwind im Haus ibc

Jetzt gibt Lucie etwas ungeduldig Ton an, das heisst, nachdem ihr Freund Paco an dieser Stelle ein Interview geben durfte, will die junge Hündin auch zu Wort kommen. Ist ja klar – den lebensfreudigen Wirbelwind kennen und lieben alle im Haus ibc – aber was ist das eigentlich für eine Rasse?

Du Lucie, wo kommen deine Vorfahren her, und was hast du so alles in deinen Genen?

Ich bin ein West Highland White Terrier, kurz genannt ein Westie. Mein Ursprung liegt im Schottischen Hochland. Diese Hunde setzte man früher zur Jagd auf Füchse und Dachsen ein. Aber sie jagten nicht als Fährtensucher an der Leine des Führers, sondern in der Meute. Ein in die Enge getriebenes Beutetier verteidigten sie mit aller Kraft. Kannst dir vorstellen, was das für ein Radau war!

Bei deinen Ahnen war also viel Mut und Unerschrockenheit gefragt. Doch in der Umgebung von Bonaduz gibt es ja auch Füchse und Dachsen. Muss man befürchten, dass du plötzlich in so einem Fuchsbau verschwindest?

Ach was: Ich bin halt robust und ausdauernd, voller Lebensfreude und immer zum Spielen aufgelegt. Ich kann auch ganz gut mit meinem Meister Rainer in der Wohnung herum toben, aber ein Schosshündchen bin ich tatsächlich nicht. Mir gefällt es, dass ich in der ibc quasi mit allen hier Wohnenden befreundet bin, also auch mit den beiden andern Hunden Paco und Timo.

Du bist also lieb und nett zu allen, aber ist es dir nie langweilig, wenn deine Chefs Ursi und Rainer mal keine Zeit zum Spazieren haben?

Wo denkst du hin! Ich sitze auch gern einfach auf dem Balkon und beobachte von hier aus, was läuft. Kommt die rote Katze vom Nachbarhaus daher, dann belle ich halt laut. Auch wenn ein Mensch auftauchen sollte, der nicht hierher gehört, gebe ich Warnsignal.

Aha. Und wie hast du dich denn kürzlich auf Ursis Velo gefühlt? Man hat euch nämlich beobachtet…

Ja, das darf man ruhig sehen: ich bin mächtig stolz, dass die beiden mich auf ihren Velotouren mitnehmen. Ursi hat sich zuvor in der Hundeschule beraten lassen wegen der Korbgrösse für mich. So sitze ich also vollkommen behütet auf Ursis Gepäckträger und habe freie Sicht auf die Landschaft. Nach einer eher kurzen Probefahrt haben sie am Sonntag eine richtig grosse Tour mit mir gemacht – von Andeer nach Juf und zurück! Du siehst, ich erlebe wahre Glücksgefühle in meinem Hundeleben.

Lucie, ich danke dir für dieses Gespräch.

Paco hat ein schönes Hundeleben

Schon seit langem wollte ich mal einen Blog schreiben, der sich nicht mit den Menschen in unserm Haus ibc befasst, sondern mit den hier lebenden Hunden. Es sind derzeit drei Vierbeiner, und es ist mir schnell klar geworden, dass ich nicht alle gleichzeitig interviewen kann. Ja, ich habe sie nämlich einzeln nach ihrem Befinden und ihrem Alltag befragt. Heute starte ich mit Paco, der schon am längsten in der Genossenschaft inbuonacompagnia lebt:

Du Paco, was bist du denn für ein Typ?

Also ich bin ein weisser Schäferhund, offizieller Name ist Berger Blanc Suisse, bin jetzt 6 1/2 Jahre alt und wiege 42 Kilo.

Mit deiner Meisterfamilie wohnst du ja nicht nur in Bonaduz, sondern zeitweise auch auf Hohen Rätien. Wie kommst du mit diesem Ortswechsel zurecht?

Den steten Wechsel von Bonaduz nach Hohen Rätien und wieder zurück bin ich schon von kleinauf gewöhnt. Oben bei der Burg gibt es immer etwas für mich zu tun. Mein Job ist es, die Wanderer und Gäste zu begrüssen. Ich gehe also freudig bellend auf sie zu und flattiere einwenig. Neinnein, die Leute erschrecken nicht, denn mein Bild mitsamt Name hängt ja am Eingang. Ja, ich bin schon einwenig stolz, dass ich diese Aufgabe freiwillig übernehmen durfte. Es gehört schliesslich zu meiner Art als Schäferhund, dass ich mich für mein Rudel, also die Mitbewohnenden auf Hohen Rätien, verantwortlich fühle.

Und zuhause in Bonaduz, wie kommst du denn mit den beiden jüngeren und kleineren Gefährten aus?

Mit Lucie, die noch sehr jung ist und im Haus B im gleichen Stockwerk wohnt wie ich, habe ich ein sehr inniges Verhältnis. Sie bellt immer laut und aufgeregt, wenn sie mich draussen im Gang hört oder riecht. Ach, und wenn wir uns begegnen, dann wird intensiv begrüsst – ich glaube fast, sie ist ein bisschen verliebt in mich! Den Pudelherrn vom Haus A sehe ich seltener.

Aha, und wie ist denn das mit dem Bellen? Stört das die Menschen nicht?

Ich werde dafür gelobt, dass ich nur selten belle, denn das schätzen die Leute in unserm Haus. Aber hie und da muss ich einfach laut bellen, es tut mir leid, ich kann nicht anders.

Nun, man sieht dich ja auch öfters im Dorf Bonaduz und rundherum.

Oh ja, mein Chef geht täglich und bei jedem Wetter mit mir biken. Ich darf also durch die tolle Landschaft traben und finde, dass ich wirklich ein abwechslungsreiches, schönes Hundeleben habe!

Paco, Danke für dieses Gespräch.

Der Muttertags-Kafi war eine Premiere

Viele Anlässe im Haus inbuonacompagnia haben sich längst fest etabliert. So auch der Aktionstag vom kommenden Samstag, wenn das Gebäude vom Keller bis unters Dach geputzt wird. Ich selber habe mich wieder auf der Liste eingetragen, den Lift mit seinen Chromstahlteilen samt allen automatischen Türen in jedem Stockwerk zu polieren. Aber wie gesagt – die Frühjahrsputzete spielt sich jedes Jahr ähnlich ab.

Doch nun haben wir neue und jüngere Bewohner und Bewohnerinnen im Haus. Und die haben neue Ideen! Hängt doch seit vorgestern ein Anschlag an der Türe: Muttertags-Kafi Sonntag 14 Uhr, Ute und Ursi haben gebacken. Was, mitten am Nachmittag? wer soll da schon kommen? Aber unsere beiden Neuen, Ute und Ursi, konnten einen vollen Erfolg buchen. Offenbar waren nicht alle auswärts mit der jüngeren Generation verabredet, und so trudelten gut zwanzig Leute zum wunderhübsch gedeckten Cafétisch ein. Klar ist: wenn es bei uns im Haus „Kaffee“ heisst, dann ist immer auch ein Cüpli zum Auftakt mitgemeint! Ute und Ursi als Gastgeberinnen strahlten um die Wette und konnten viel Lob für die essbaren Herzli-Dekorationen ernten. Als dann Ruth noch die Jukebox mit einem Evergreen zum Spielen brachte war das Glück vollkommen.

Es gäbe ja noch mehr neue Anlässe zum Feiern, meinte schliesslich Silvio, etwa Freitag den 13. oder Vollmond. Aber bringen wir jetzt erst einmal den Aktionstag vom Samstag hinter uns. Der ist nämlich ziemlich streng, obwohl zum Schluss auch hier ein Cüpli samt Zutaten winkt.

Wenn es um Abfluss, Überlauf und Dichtungen geht

Die Genossenschaft inbuonacompagnia wird ja diesen Sommer ihr zehnjähriges Bestehen feiern. Deshalb, und sowieso, weil wieder einmal diverse Kontrollen in den 25 Wohnungen des Hauses angesagt sind, gehen unsere beiden hauseigenen Handwerker Claudio und Hanspeter mit dem Werkzeugkasten von Küche zu Bad und von Bad zu Küche. Heute waren sie bei mir, und ich muss sagen, diese 10-Jahres-Aktion hat es in sich!

Am meisten gab die Küche zu tun. Dabei war ich doch der Meinung, dass alles gut funktioniert. Aber Hanspeter offenbarte schon gleich, dass man den Siphon spülen und die Dichtungen von den Stöpseln ersetzen musste. Huch, was sich da so angesammelt hatte… Dann ging es um den Dampfabzug, bei dem ein neuer Aktivkohlefilter eingesetzt wurde (nein, das hätte ich selber nicht gut hingekriegt). Beim Kühlschrank dann die Hebe-Schranktüre mit ihren Kompressionsfedern justieren, und schliesslich ging die Arbeit für Claudio im Bad weiter: Abfluss und Überlauf prüfen, ebenso die Plättlibefestigung mit der Haltestange von Brause – neue Dübel könnten gleich montiert werden.

Ich dachte ja, dass zur Mittagspause alles erledigt sei, aber unsere beiden Liegenschafts-Verantwortlichen machten weiter, bis auch noch das Spülbecken eine neue Fugenabdichtung erhielt. Nicht auszurechnen, was das kosten würde, wenn man eine auswärtige Firma beauftragt hätte, die auch noch eine saftige Wegpauschale verrechnet. Für diese werterhaltende Arbeit bekommen Hanspeter und Claudio eine bescheidene Abgeltung. Und ich war heilfroh, dass ich im Kühlschrank noch einen Durstlöscher hatte, mit dem ich die beiden zum Abschluss bewirten durfte.

Wisst Ihr was „Quilling“ ist ?

Wie schön! am kommenden Sonntag, 20. März, ab 16.30 Uhr findet in unserm Haus wieder einmal eine Vernissage statt. Und zwar geht es um Bilder, die eine Bewohnerin selber gemacht hat. Diese Kunstwerke – es sind Blumenarrangements aus Papier – zieren ja schon einige Zeit die Wände im Eingangsbereich. Aber wie sind sie hergestellt worden? „Quilling“ heisst die Technik, die am Sonntag von Vika Lorenz vorgestellt wird.

Vika, gerade 60 geworden, liebt den Kontakt mit Menschen. Sie war viele Jahre bei der Spitex tätig und arbeitet jetzt bei der Post in Chur. Doch gleichzeitig hat Vika die Fähigkeit, sich geduldig und mit äusserstem Geschick einer kunsthandwerklichen Tätigkeit hinzugeben. Dies ist das Quilling (aufspulen), das ursprünglich aus England stammt.

Anders als beim Scherenschnitt arbeitet man hier mit farbigen Papierstreifen, welche man durch Rollen, Aufspulen, Drücken, Kleben in die gewünschte dreidimensionale Form fügt. Stifte, Pinzette, Nadeln und Klebstoff bilden die Werkzeuge, eine gute Fingermotorik und etwas Geduld sind hilfreich. Im Internet gibt es Bastelanleitungen und Schablonen, mit deren Hilfe man nette Glückwunschkarten und Dekorationsartikel herstellen kann.

Aber Vika ist darüber längst hinaus gewachsen! Sie hat eine künstlerische Form gefunden, die man einfach bewundern muss. Ihre Blumenbilder sind so wirklichkeitsnah gestaltet, als könnte man gleich die Nase in die Blüte stecken, um den Duft wahrzunehmen. Doch tatsächlich „wachsen“ diese Pflänzchen ja hinter Glas und benötigen einen speziellen Bilderrahmen.

Vika ist mit ihrem Mann Lorenz vor etwa einem Jahr bei uns in der ibc eingezogen. Eigentlich ist sie Russin, mit gleichzeitig ukrainischen Wurzeln. Ja, sehr viele Menschen hätten eben in beiden Ländern Familie und Freunde, sagt sie und man spürt, dass die derzeitigen Nachrichten für sie grosses Bekümmernis sind. Da übt kreatives Schaffen sicher eine gute Wirkung auf die Seelenlage aus. Ein bis zwei Monate benötige sie schon für ein Bild, wenn sie täglich zwei Stunden daran arbeite. Und sie möchte auch gerne Kurse geben um andere Menschen mit der Quilling-Technik zu begeistern.

Am kommenden Sonntag ist eine gute Gelegenheit, sich über das Quilling zu informieren und gleichzeitig wieder einmal Vernissage-Stimmung in unserm Haus zu geniessen.

Wenn es nur ums Türeschliessen geht

Vor dem Hintergrund eines Krieges mitten in Europa und angesichrs von Hunderttausende n Menschen auf der Flucht erscheint das Zwischenmenschliche bei uns mitunter als banal. Tatsächlich wird der Frieden und Unfrieden in unserer Wohngemeinschaft den geopolitischen Gang der Dinge nicht beeinflussen. Aber das Beispiel der Ukraine – wo Menschen ihr Leben für freie Wahlen aufs Spiel setzen-sollte uns vielleicht daran erinnern, wie wichtig es ist, Hass und schlechten Gedanken auch in unserer Wohngemeinschaft keine Chance zu geben. Ärger und Missmut können ja schon durch eine Kleinigkeit entstehen. Man mag darüber lächeln, aber unlängst ging es darum, ob gewisse Türen in unserm Haus tagsüber offen bleiben dürfen oder nicht. Am runden Kaffeetisch im Gemeinschaftsraum wunderte man sich kürzlich, dass die Türen im Erdgeschoss nicht mehr wie zu Coronazeiten offen blieben. Weil Türfallen als Herd für Virusübertragung galten liess man die Türen monatelang offen. Da inzwischen scheinbar die Gefahr eines Feuerausbruches als grösser eingestuft wird, sollen diese Brandschutztüren jetzt wieder den ganzen Tag zu bleiben.

Das gefällt einigen unserer Mitglieder nicht, und sie empfinden physische Barrieren als Hindernis für gesellschaftliche Interaktionen. Ruth sagt: „Geschlossene Türen erschweren die Kontaktaufnahme, kein „hoi“ ist möglich, und wer zwei Taschen oder gar Krücken trägt wird eingeklemmt.“ Doch nur mit Meckern gibt sich Ruth nicht zufrieden: Ein Rundmail geht an den Vorstand und alle hier Wohnenden. Und siehe da – unser Vorstand erweist sich als beweglich und verkündet schon am nächsten Tag: die zwei Türen zum Gemeinschaftsraum dürfen tagsüber bis 19 Uhr geöffnet bleiben! Sichtkontakt und Frieden in der ibc sind wieder gewährleistet – ach, könnten die grossen Probleme in der Geopolitik doch ebenso leicht gelöst werden!

Wenn die Schneefräse in Aktion ist

Gestern früh bin ich erwacht, weil ein unruhiger Lichtstrahl durchs Fenster meiner Parterre-Wohnung drang. Aber es war ja noch nicht einmal sechs Uhr! Noch im Pijama trat ich kurz auf den Balkon und sah, dass da jemand schon so beizeiten mit der Schneefräse zugange war. Wirklich hatte es ja die ganze Nacht geschneit!

Zur Liegenschaft der ibc gehört eben ein grosser Vorplatz, ebenso gibt es eine Garagenausfahrt, die geräumt werden muss. Dazu weiss Michael, der zu den Gründern der ibc gehört, eine Anekdote: „Wir sind ja im Sommer 2011 eingezogen. Als dann im Winter reichlich Schnee fiel, versuchten wir mit Schaufeln die Ausfahrt frei zu kriegen. Aber wir brachten die Schneemassen nicht über die hohe Mauer. Also fuhren Ruedi und ich nach Domat/Ems zur Firma Zimmermann, die Motorgeräte aller Art führt. Wir kauften diese Honda-Schneefräse, die ja immer noch im Einsatz steht.“ Zwar habe es seither auch Winter ohne Schnee gegeben, aber gerade jetzt habe sich die Schneefräse wieder als sehr nützlich erwiesen.

Und warum so früh am Morgen? Nun, Michael hatte den Wetterbericht studiert. Man musste am Vormittag mit Schneeregen oder sogar Regen rechnen, und Nassschnee lasse sich kaum mehr maschinell räumen. Ohnehin kamen nach der Fräse noch die Schaufeln zum Einsatz. Andere „gute Hausgeister“ schippten die letzten Reste „Pflotsch“ weg und streuten Salz, wo sich Eis bilden könnte.

Die Frage bleibt, ob sich eine benzinbetriebene Schneefräse mit dem Minergie-Standard unseres Hauses verträgt. Mittlerweile gebe es auf dem Markt auch Elektrogeräte, meint Michael: „Doch unsere über zehn jährige Fräse benötigt nur wenig Benzin, wird ja nicht oft eingesetzt und erweist sich dank guter Wartung sicher noch lange Zeit als nützlich.“

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