Eine Turnschuh-Wanderung am Rhein entlang

Ja, das Corona-Virus lähmt uns auch. Was darf man heute noch, was gilt ab morgen? Wo bleibt unsere Lebensqualität? Nun, ich selber bin heute gar nicht so depressiv gestimmt, denn ich meine, solange man noch nach draussen gehen kann, gibt es keinen Grund, allzu traurig zu sein.

Ich habe eine kleine Wanderung gemacht, die ich sehr empfehlen kann. Man braucht dazu weder Rucksack noch Bergwanderschuhe. Etliche Bewohner/innen unseres Hauses kennen diese Route auch und sind begeistert. Also in Bonaduz nimmt man am Bahnhof einfach die S-Bahn, die immer zur Minute 05 Richtung Thusis abfährt. Ziel ist der Bahnhof Rothenbrunnen mit Halt auf Verlangen (Knopf drücken). Von hier aus geht es nicht über die Brücke, sondern gleich am linken Rheinufer entlang. Ein schöner Naturweg, ohne grosse Steigung, führt immer geradeaus, bis man das Schloss Rhäzüns erblickt. Dazu benötigt man mit Fotostopp und Pause auf dem Bänkli beim Aussichtspunkt rund eine Stunde. Weiter geht es zum Bahnhof Rhäzüns oder – noch besser – über den Feldweg und vorbei an der St. Georgskirche wieder zurück nach Bonaduz.

Der farbenprächtige Wald und der Tiefblick zum Rhein bilden ein Stimulans für die Psyche, sodass man heiteren Gemütes wieder zur Wohnung in unserer Genossenschaft gelangt. Aber die hier beschriebene Strecke ist ja nicht die einzige Turnschuh-Wanderung, die ich kenne. Rund um unsere „buonacompagnia“ existieren zahlreiche Varianten von ähnlichen Wanderwegen, und dies ist wirklich ein grosses Plus der Wohnlage in Bonaduz.

Was wir sonst noch in nächster Zeit in unserm Haus vorhaben? Nun, am 30. Oktober gibt es einen Vollmond-Suppenznacht mit Wurst, und zwar draussen am Feuer. Bevor die Gartenmöbel ins Winterquartier versorgt werden wollen wir uns aerosolfrei um einen heissen Suppentopf versammeln. Ab November veranstalten wir auch wieder Kinoabende, aber dazu mehr in einem nächsten Blog.

Mit heisser Luft gegen Unkraut

Wie überall bestimmen Virus und Ansteckungsgefahr den Alltag in der ibc. Nein, niemand von uns ist derzeit in Quarantäne, aber wir sind alle sehr vorsichtig und verzichten auf das Zusammensein in grösserer Runde. Weder zum Feiern noch zum Trauern sollte man sich derzeit am runden Tisch treffen. Ja, wir haben nämlich den ersten Todesfall im Haus zu beklagen. Rosmarie, die zwar schon seit sechs Jahren im Altersheim in Chur lebte, ist kürzlich gestorben. Ihr Ehemann Kurt ist ja damals gemeinsam mit ihr Mitglied unserer Genossenschaft in Bonaduz geworden. Er hat sich um Rosmarie gekümmert, so lange er konnte.

Auch mit Demenz und dem Umzug ins Altersheim bleibt Rosmarie quasi ein Mitglied unserer Gemeinschaft. Sie gehörte zu Kurt und der wiederum gehört zu uns allen. So haben wir ihm unser Beileid mit vielen Karten schriftlich ausgedrückt.. Aber wie gut, dass Kurt jetzt nicht allein irgendwo in einer Wohnung haust, sondern sich weiterhin rund um unsere Liegenschaft nützlich macht. Heute habe ich ihn beim Unkrautvertilgen angetroffen. Unter dem Ahornbaum breitet sich so eine kleinwüchsige, wild wuchernde Klee-Art aus. Ihr mit der Hacke den Garaus zu machen wäre für unsere Senioren effektiv zu mühsam, aber ein Gift spritzen, das wollen wir ja auch nicht.

Weiss der Kuckuck, in welchem Katalog Kurt dieses kleine Elektrogerät entdeckt hat. Es produziert eigentlich nur sehr heisse Luft. Kurt setzt sich auf einen Hocker und versengt mit diesem Ding rundherum, was nicht in den Garten gehört. Dann meint er noch, man könnte damit auch das Kaminfeuer in Gang bringen.

Ja, wenn wir uns endlich wieder einmal beim Kaminfeuer gemütlich versammeln dürfen…

Alle zeigen, was in der eigenen Wohnung so hängt

Es ist etwas schwierig, unser Motto „Gemeinsam statt einsam“ im Corona-Jahr umzusetzen. Den ganzen Sommer über gab es trotz prächtigem Wetter halt nie ein Grillfest mit Salatbuffet, keine Tavolata mehr… Ja, man könnte noch weiter jammern. Wir mussten auch Vernissagen mit auswärtigen Gästen absagen. Aber gut, nun haben wir einfach selber eine Vernissage gemacht, und zwar mit Bildern aus unsern eigenen Wohnungen.

Wir von der Kulturgruppe haben eine kreative Aktion geplant und alle gebeten, uns ein paar Dekorationsstücke von ihren Wänden zu überlassen. Am Boden in der Wohnung, die derzeit nicht vermietet ist, sammelten sich Werke aller Gattung an: vom kleinen Scherenschnitt bis zum grossen Plakat, vom selbstgefertigten Textilbild bis zur renommierten Litho von Erni oder Braschler. Keine leichte Aufgabe für unsern Kurt 1, diese Objekte artgerecht an den allgemein zugänglichen Wänden aufzuhängen!

Ja, passen denn die Motive überall zusammen? Etwa die Masken aus Venedig und aus dem Wallis und dann noch neben diesem Schäfchen auf der Wiese? Klar, wir folgen derzeit ja lammfromm dem nationalen Maskengebot. Und nein, das herzige Schäfchen hat auch nichts mit dem Jagdgesetz zu tun. Sicher, Blumen, Landschaften oder ein Druck von Alois Carigiet sind unverfängliche Sujets. Aber Diskussionen sind ja wünschenswert – gutgelaunt wird wieder miteinander geredet!

Das hat unsere Francine als Kuratorin der Ausstellung wunderbar in Gang gebracht. An der Vernissage forderte sie uns auf, etwas über Herkunft und Hintergrund der Werke zu erzählen. Und schliesslich wanderten die Bewohner/innen aus Haus A ins Haus B und umgekehrt, um überall zu schauen, sich zu wundern und zu staunen. Endlich gabs auch wieder einmal einen zünftigen Apéro wie in Vor-Corona-Zeiten. Wir sind ja bis jetzt glücklicherweise davongekommen, denn die SwissCovid-App sagt uns täglich: „Es wurde keine mögliche Ansteckung gemeldet“.

Nur schade, dass wir diese so persönlich gestaltete Ausstellung der Öffentlichkeit vorenthalten müssen. Aber wenn Sie, liebe Lesende, einmal persönlich zur Besichtigung bei uns erscheinen, dann führen wir Sie gerne durch alle Stockwerke und in den Gemeinschaftsraum. Die Ausstellung dauert bis Weihnachten…. oder wird Weihnachten wegen Corona etwa auch verschoben?

Ich wollte schon aufgeben…

Ehrlich gesagt, schlägt mir die auf unbestimmte Zeit verlängerte Virus-Gefahr ein bisschen aufs Gemüt. In unserm sonst so geselligen Haus ist es halt immer noch sehr ruhig. Wir mussten zwei auf Ende August verschobene öffentliche Anlässe jetzt definitiv absagen, denn unser Vorstand will keine Ansteckungen riskieren. Bis jetzt ist zum Glück alles in der ibc gut gelaufen…

Aber klar, mit der Maske im öV sieht man nicht so vorteilhaft aus, und der Lippenstift ist für die Katz. Viele tolle Kulturveranstaltungen zwischen Thusis und Chur, die einige von uns so gerne besuchen, sind gestrichen worden. Nur zum Sagen: Mein Enkel Lucas absolviert derzeit die Rekrutenschule in der Kaserne Chur, und in deren Verlauf wäre ein Besuchstag für die Verwandten angesagt – doch Sie können es sich denken, er ist abgesagt worden.

Jetzt hat aber unser Kurt 1 eine Idee in die Sitzungsrunde der Kulturgruppe eingebracht. Damit wieder mehr Farbe, Leben und Spannung in unsere Gemeinschaftsräume einzieht, könnten wir eine hauseigene Ausstellung organisieren. Anstatt fremde Werke sollen Lieblingsstücke aus unsern Wohnungen die Wände zieren. Diese müssen nicht aus eigener Produktion stammen, denn es kann sich durchaus auch um Drucke oder Plakate handeln. Oder besitzt jemand ein schönes Kunstobjekt zum Aufstellen? Alle Grössen und Stilrichtungen wären möglich. Kurt und seine Hilfskräfte werden dann das Aufhängen und Präsentieren übernehmen und am Samstag, 12. September soll die hausinterne Vernissage stattfinden. Eine Gelegenheit, die Mitbewohnenden unserer ibc noch besser kennenzulernen, und ganz sicher gibt es dazu auch einen Apéro.

Ja, ich wollte eigentlich schon mit dem Blog-Schreiben aufhören, aber das Stimmungstief scheint nun doch überwunden. Das Selfie-Foto von meinem Rekruten Lucas, Inf RS 12-2, Kp 1 Zug Ambos, das er mir auf WhatsApp zugestellt hat, schalte ich aber auf jeden Fall noch hier ein.

Ach ist das schön – der ganz normale ibc-Alltag etabliert sich wieder in unserm Haus. Vorbei ist die durch das Corona-Virus erzwungene Ruhe mit den vielen Verhaltensmassnahmen, die es zu beachten galt. Jetzt wagen wir wieder das Zusammensein, ohne dass Lisbeth mit dem Zweimeter-Massstab den Abstand unter uns Senioren prüfen muss. Heute ist schon einmal der erste Grillabend auf der Terrasse angesagt.

Nur unser Garten hat sich eigentlich nie um Corona gekümmert. Hier blüht und duftet es, als ob nie etwas gewesen wäre. Ich weiss nicht, wie viele Sorten Rosen derzeit gerade auf ihrem Höhepunkt sind und uns mit ihren Farben betören. Ein paar Sonnenblumen recken sich auch schon in die Höhe. Dazu spriessen viele Gräser, Kräuter und Wiesenblumen…

Ja, die Vegetation zeigt sich in voller Pracht! Der Monat Juni hat uns ja mit reichlich Regen bedient, und auch die Schafskälte-Tage sind jetzt vorbei. Unsere Gartengruppe wappnet sich daher für allfällige Trockenperioden und legt einen Giessplan für alle auf. Immer je drei Personen sollen sich eine Woche lang achtsam um das Bewässern kümmern. Im Gemeinschaftsraum ist auf einem grossen Ausdruck des Gartenplanes gelb markiert, welche Pflanzen man bewässern soll. So sollen Durststrecken, auch in Berücksichtigung von Wind, Gewitter und Höchsttemperaturen, vermieden werden. Ich bin übernächste Woche mit Anna und Barbara eingeteilt und freue mich, diesen kleinen Dienst an der Natur leisten zu dürfen.

Was die Natur betrifft: da muss auch unser Kirschbaum erwähnt werden. Dieser wurde ja einer fachmännischen Behandlung unterzogen, da er uns letztes Jahr nur wurmbefallene Früchte bescherte. Ja, es wurde gar vom Fällen des Baumes gesprochen. Aber alles hat sich zum Guten gewendet und derzeit können wir reichlich gesunde Kirschen ernten!

Gartenprojekt Hochbeet

Ja es ist immer noch sehr still in der ibc. Die Vorschriften betreffend Corona-Virus werden nach wie vor beachtet und es gibt keine gemeinsamen Anlässe. Wir sind ja schon glücklich, dass in unserm Haus bisher niemand Symptome dieser unheimlichen Lungenkrankheit aufweist.

Aber ganz in Quarantäne sind wir nicht, und so spriessen gleichwohl gute Ideen für unsere Wohngemeinschaft. Es ist nämlich die Gartengruppe, die mit einem Projekt vorstellig wird. Federführend sind Kurt und Maya, die gerne ein Hochbeet auf unserm Grundstück realisieren möchten. Oder bei Interesse gleich mehrere. Die beiden legten also eine mehrseitige Dokumentation im Gemeinschaftsraum auf. Jeder und jede spaziert ja einmal hier vorbei und kann lesen, um was es dabei geht:

So ein Hochbeet besteht aus Lärchenholz und hat den Vorteil, dass man in angenehmer Körperhaltung und fast ohne Schnecken säen und ernten kann. Allerdings braucht es im Innern eine Noppenfolie als Schutz vor Fäulnis und ein Drahtgeflecht gegen Nagetiere. Das Ganze gibt’s mit Bauanleitung für etwa 400 Franken. Ich wünsche den Initianten schon, dass sie mit ihrem Antrag an unsern Vorstand Erfolg haben. Denn vielleicht, wenn wir wieder zur Tavolata einladen können, gibt es schon bald ein Menü mit eigenem Gemüse und Salat.

Bis es soweit ist dürfen wir uns an der Margritenwiese erfreuen. Zwar hat der Rasen enorm unter der Trockenheit gelitten, aber das scheint die Margriten nicht zu stören. Sie wachsen und blühen in grosser Anzahl. Hanspeter war kürzlich mit dem Rasenmäher unterwegs, hat aber rund um die Margriten einen Bogen gemacht, sodass unsere Wiese jetzt ein herrlicher Anblick ist.

Stille Ostern in der ibc

Ach, sind diese Tage und Wochen in unserm Haus still geworden! Nicht nur eine Vernissage und einen Vortrag mussten wir im März absagen, nein, auch die kleinen fröhlichen Apéros sind verschwunden.

Dafür liegen im Gemeinschaftsraum ein halbes Dutzend Blätter auf. Rot oder Gelb unterstrichen kann man die Verhaltensregeln zur Kenntnis nehmen. Was man alles darf und hauptsächlich nicht darf. Die Tische sind zu einem grossen Rechteck zusammen geschoben worden, sodass es einfach ist, Distanz zu wahren. Und am runden Tisch dürfen sich höchstens drei Personen aufs Mal treffen.

Täglich sind gute Feen im Haus unterwegs und desinfizieren sämtliche Türfallen mit „Bonatur“ oder wie diese klare scharfe Flüssigkeit aus der Apotheke heisst. Ja, auch das Treppengeländer wird desinfiziert. Unterdessen ist der Garten wieder möbliert worden, das heisst, unterm Nussbaum könnte man sich wieder an Tisch und Bänken treffen. Wenigstens fünf Personen. Meinen Platz überlasse ich aber gern andern, denn unter freiem Himmel mit diesem Abstand ist die Akustik nicht ideal, trotz Hörgerät vernehme ich nur einzelne Wortfetzen.

Jaja, vieles gibt es im Online-Angebot: Gottesdienste, Gymnastik, Hilfe zum Einkaufen, Bücher, Konzerte… Aber davon hätten wir jetzt eigentlich genug. Zum Glück hat unsere Jolanda den Ostergedanken praktisch umgesetzt: in ihrer (Hexen-)küche hat sie aus Naturprodukten Farben hergestellt und damit Eier gefärbt. Randen, Heidelbeeren, Kurkuma und sogar mit Brennesseln hat sie es versucht. Für jede Person in unserm Haus hat sie dann ein Ei in einen Korb gelegt und diesen in den Gemeinschaftsraum gebracht. Danke, Jolanda!

Mit dem Fernsehen in guter Gesellschaft

Diese Woche kommt die „buonacompagnia ibc“ am Fernsehen, und zwar am Dienstag in der Sendung „Mini Schwiiz – dini Schwiiz“. Ja, ich bin dabei und vertrete quasi das Dorf Bonaduz und natürlich auch unsere Wohngemeinschaft ibc. Vor fast einem Jahr, als ich mich beim Schweizer Fernsehen beworben hatte, musste ich Formulare ausfüllen: was hat Bonaduz zu bieten, was möchtest du vorstellen?

Gar nicht so einfach, denn in unserm Dorf gibt es keine Palazzi oder schöne Riegelbauten, keine Seilbahn, auch kein Museum. Dafür immerhin einen herzigen Bahnhof, der noch Schalterstunden hat. In der Kategorie „Tradition“ hätte ich so gerne die Kirche St. Georg hoch über dem Hinterrhein vorgestellt, wollte doch vom hl. Georg erzählen, der hier mit seinem Pferd über die Schlucht gesetzt hat. Aber nichts da – dieser Schatz aus dem Mittelalter befindet sich auf Gemeindegebiet von Rhäzüns, gehört also nicht den Bonaduzern.

Ein Velotürli zum Lag mit Besuch unserer Bikefachleute bei Bieler Sport musste aber sein. Hier führte Spezialist Marco Caluori vor, wie man bei einem Platten selber den Schlauch ersetzen kann. Dann war Drehpause, Mittagessen für das Kamerateam und die fünf Laienschauspieler in der Pizzeria.

Und die Kulinarik? Gut, dass wir in Bonaduz einen versierten Koch und Metzger haben. Ich war heillos froh, dass Geri Bieler das Thema „Zigeunerspiesse“ übernahm und mit Feuer und Fleisch zum Blockhaus kam. Weil ich ja eher als Obst- und Gemüsefreundin gelte haben mich die lieben Kollegen gleich auf den Arm genommen. Aber ich gab mich als Teilzeitvegetarierin aus und schenkte grosszügig vom Bonaduzer „Vignel“ in die Gläser.

Jetzt sollte ja jedes Dorf etwas Einzigartiges vorstellen. Was hat Bonaduz, was es sonst nirgendwo im Kanton Graubünden gibt? Tatsächlich gibt es etwas, und um diese junge Sparte in der Kategorie „Tradition“ zu zeigen, bekam ich Unterstützung von Andi Weber, Leiter der Bonaduzer Gemeindebetriebe. Es handelt sich nämlich um den Friedwald.

Ja, und dann hat mich die Regie nachhause gefahren, denn die vier andern Teilnehmenden sollten mich als Gastgeberin mitsamt meinen Einfällen bewerten. Ob das gut heraus kam? Für mich egal, denn mir hat es einfach Freude gemacht, Bonaduz als meinen Herzensort vorzustellen. Bonaduz und die Genossenschaft Wohnen 50+.

Wir sind keine Millennials

Bei uns in der Wohngemeinschaft ibc haben ja alle Männer und Frauen ihre besonderen Talente und Fähigkeiten. So gibt es zum Beispiel handwerklich Begabte, die einen Defekt in der Küche im Handumdrehen reparieren können. Wir haben Musiker unter uns oder dann geniale Köchinnen und Bäcker sowie Hunde- und Katzenkenner. Aber was uns bisher fehlt, das ist eine IT-Spezialistin oder ein PC-Fachmann.

Nun ja, wir sind eben keine Millennials, das heisst, wir sind nicht um die Jahrtausendwende geboren, sondern zum Teil sogar noch in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Und wir bekamen eben nicht wie offenbar alle Digital Natives mit der Muttermilch gleich ein Smartphone ins Händchen gedrückt, um das erste Selfie beim Stillen zu schiessen.

Aber gleichwohl sind wir nicht von gestern. Wir können grafisch schöne Flyers gestalten, wenn ein Grillabend oder ein Vortrag ins Haus steht, und unsere Homepage kann sich sehen lassen. Neulich wurde informiert, dass ein neuer Drucker angeschafft worden sei, denn für das alte Gerät gäbe es keine Ersatzteile mehr. Und das neue Modell könne dann viel mehr als das alte, ja, ich erfuhr, dass ich meinen kleinen alten Drucker eigentlich entsorgen könne. Man gab mir einen Code, und ich solle doch einfach mal meinen USB-Sticker hier links am Gerät einstecken.

Tatsächlich erschienen meine Ordner mit den Reisefotos auf dem Display. Erwartungsfroh wählte ich ein Bild aus, die Druckmaschine begann zu brummen und heraus kam ein Blatt – auf dem das Pantheon von Rom winzig klein wie eine Briefmarke zusammengeschrumpft war. Nächster Versuch: anklicken zum Vergrössern des Bildes. Aber jetzt produzierte die Maschine gleich ein A3-Format und nur einen Ausschnitt meiner Aufnahme.

Also Hilfe suchen. Wir mögen ja vielleicht der Grufti-Generation angehören, aber da sind clevere Leute dabei. Zwei davon, der Kurt und der Ruedi, pröbelten einen Abend lang herum, bis sie die Lösung hatten. Es dauert halt etwas länger als bei der Jugend, doch wir schaffen das. In Zukunft gibt es also Dank dem neuen Drucker noch farbenprächtigere, grafisch toll geschaffene Flyer aus unserm Haus.

Bonaduz, das Dorf ohne Schlagzeilen

Nein, in Bonaduz wohnen nicht die Reichen und die Schönen, und die People-Journalisten haben hier so gut wie nichts zu tun. Es gibt halt keine Stars und entsprechend auch keine teuren Modeboutiquen und keine Bar-Szene. Uninteressant für Einbrecher, Räuber und andere Banditen… ein Dorf ohne Schlagzeilen ist Bonaduz.

Gut, im Jahr 1821 gab es diesen Dreifachmord in der Weihermühle draussen. Eine üble Geschichte, die der Schriftsteller Silvio Huonder in einem schaurig-schönen Roman verarbeitet hat („Die Dunkelheit in den Bergen“). Aber seither ist es meines Wissens in und rund um Bonaduz kriminaltechnisch ruhig geblieben.

Das bedeutet aber nicht, dass in Bonaduz Langeweile vorherrscht. Zwar wohnen hier keine Filmstars, aber Prominenz findet man durchaus. Einen dieser Gattung traf ich kürzlich einmal vormittags im Café Merz an. Es war Dr. Paul Jürg Müller, langjähriger ehemaliger Direktor des Kantonalen Naturmuseums in Chur. Früher, in meinem Leben als Journalistin, hatte ich ab und zu Begegnungen mit ihm. Ich sprach ihn also an, erkundigte mich nach seinen Tieren und erfuhr, dass er seit etwa einem Jahr in Bonaduz wohnhaft ist, samt seiner Familie und fünf Eseln.

Es gab nun intern in der Kulturgruppe ibc einen Gedankenaustausch und schliesslich haben wir Dr. Müller höflich angefragt, ob er bei uns im Gemeinschaftsraum mal einen Vortrag halten würde. Ja, sagte er, und zwar würde er gern über die kleinen Säugetiere reden, die man in und rund um Bonaduz antreffen könne. Das seien allerlei Mäuse, auch Biber, Fischotter u. Co. , wozu er schönes Bildmaterial habe.

Wir von der ibc sind natürlich hocherfreut und auch ein wenig stolz, diesen prominenten Gast bei uns begrüssen zu dürfen! Klar ist, dass wir dazu auch die Öffentlichkeit einladen. Und zwar soll der Anlass am Sonntag, 15. März, abends um 19.15 Uhr stattfinden. Der Eintritt ist frei und im Anschluss an den Bildervortrag gibt es einen Apéro. Wir haben auch einen A4- Flyer gestaltet, den wir nächstens im Dorf verteilen (Bahnhof, Coop, Volg, Restaurants), und so glauben wir, dass wir zusammen mit Dr. Müller einen Beitrag leisten, dass es in diesem „Dorf ohne Schlagzeilen“ wirklich nicht langweilig ist. Übrigens: nur echte Promis werden mit einem Übernamen ausgezeichnet – der von unserm Referenten lautet liebevoll „dr Müslimüller“.

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