Von Wasser und Wein

Zum Zmittag schon ein Glas Wein?

Diese Woche hatten wir in der ibc wieder eine Tavolata. Josefa und Lisbeth standen für uns an Herd und Backofen und zauberten ein Voressen aus Averser Alpschwein mit Kartoffelgratin , alles Bio. Da ich mich infolge kleinem Talent nicht in die Reihe der Tavolata-Kochpersonen stelle, spendierte ich den Rotwein dazu. Natürlich sollte der auch von einem Bio-Weinbauern stammen.

Also zum Zmittag trinken die in der ibc schon Rotwein? Man hört ja hie und da von alkoholabhängigen Senioren. Tatsächlich haben sich dann alle Anwesenden mit einem Schluck Rotwein zugeprostet, fröhlich war die Stimmung. Aber ich als Weinschenk respektiere schon, wer es bei diesem einen Schluck belässt und dann auf Wasser umstellt. Wir in der ibc sind ja nicht die Dümmsten und hören auf unsere innere Stimme. Wenn der gehaltvolle Rotwein noch so gut zum Alpschwein passt – für einige genügt eben ein halbes Glas.

Beim Dessert – Süssmostcreme mit Löffelbiscuits – haben dann schon alle gerne zugegriffen. Ach, es ist so eine Sache mit Zucker und Schlagrahm! Bei den herrlichen Nachspeisen, die es bei uns gibt, werden wir hin und wieder schwach, und das Fettpölsterchen sieht man ja nicht sofort. So kursieren dann allerlei Diäten im Haus wie etwa die Intervall- oder die 16-Stunden-Diät. Oder man wandert zügig los…

Aber es gibt ein Laster, das in unserer Genossenschaft wirklich nicht verbreitet ist, das Rauchen. Tatsächlich brauchen wir keine Verbotsschilder, denn niemand raucht, nicht einmal Pfeife. Einen Aschenbecher findet man daher nur draussen auf dem Vorplatz, falls mal ein Gast dieser Untugend frönt.

Manchmal knirscht es im Knie und der Rücken tut weh

Beim Lesen meines letzten Blogs könnte der Eindruck entstanden sein, die ibc Bonaduz sei eine muntere Festhütte, immer etwas los, und die Genossenschafter seien pausenlos dabei, neue Events zu planen. Aber das ist etwas übertrieben, denn uns plagt schon manchmal ein Bazillus, wir liegen darnieder wegen allerlei Gebresten oder müssen sogar ins Spital, kurz: es gibt auch Krankheitstage.

Das Übliche in unserer Alterskategorie fällt ja niemandem auf – der eine trägt halt einen Herzschrittmacher, die andere ein Hörgerät und die und jener läuft mit dem Stock zum Coop. Aber dann gibt es diese Stürze, und es trifft die Fittesten, sei es beim Wandern, beim E-Biken oder in der Wohnung. Plötzlich sass Monika mit dem Arm in der Schlinge beim Café im Gemeinschaftsraum und berichtete von einem fatalen Sturz in den Bergen. Plötzlich musste Elisabeth ihre Velotour zum Bodensee im Spital beenden – Fuss- und Handgelenk operieren. Plötzlich bin ich selber in der Sauna ausgerutscht und sollte eine Knie-Vollprothese bekommen.

Aber dann ist man bei uns nicht auf sich alleine gestellt, denn die Gemeinschaft verfolgt den Heilungsprozess. Wie läufts mit der Physiotherapie, wie lange bleibst du in der Reha Andeer? Wieder an Krücken zurück, durfte ich reihherum Einladungen zum Essen annehmen. Ja es scheint so, als ob der gute Geist der ibc die Gesundung beflügeln würde, denn alle freuen sich über die Erstarkten. Toll, wenn man Elisabeth wieder auf dem E-Bike sieht und auch die Wanderfrauen wieder unterwegs sind.

Etwas schwieriger ist es bei Krankheiten, die nicht so sichtbar sind, wie Magenleiden, Migräne, Rückenschmerzen. Die Betroffenen ziehen sich dann oft zurück, und wenn man nicht zum engeren Freundeskreis zählt, weiss man kaum, weswegen. Wie soll man sich verhalten? Ist aktive Anteilnahme erwünscht oder lästig? Möchten die Kranken in Ruhe gelassen werden, oder könnte man schon einmal anklopfen und fragen: wie geht es dir, was kann ich für dich tun?

Eines ist jedenfalls sicher: wenn jemand von uns in Bedrängnis ist, und sei es mitten in der Nacht, dann darf in unserm Haus um Hilfe gerufen werden. Das hat kürzlich schon einmal funktioniert, als die Ambulanz den Kurt abholte. Aber am nächsten Tag kam er aufrechten Ganges und fröhlich wieder zurück – der gute Geist der ibc hat sicherlich geholfen!

Jetzt ist Saison für allerlei Events

Konzert mit Filmmusik, am Piano Franziska. 

Es ist schon interessant, wie unsere ibc-Mitglieder immer wieder ihre Begabungen und Talente in den Dienst des ganzen Hauses stellen können! Jetzt, wo die Gartenarbeit ruht und die Reisesaison zu Ende ist, gibt es immer wieder den einen oder andern Anlass (Neudeutsch Event), auf den man sich freuen kann.

Zum Beispiel letzte Woche: Da war ein Konzert mit Filmmusik angesagt, und zwar in der Wohnung unserer Pianistin Franziska. Es gibt nämlich etliche Cinéasten in unserer Genossenschaft, die sich mit alten Filmen auskennen, und Francine hat sich deshalb zusammen mit Franziska ein Ratespiel ausgedacht. Frühstück bei Tiffany? Franziska zauberte aus ihrem reichen Repertoire die Melodie „Moon River“, und schon flossen fast die Tränen – ach – Audrey Hepburn…

Oder dann Klänge aus Doktor Schiwago, aus Titanic, aus Amélie de Montmartre – ja, es war zum Dahinschmelzen. Aber dies war ja nur der Auftakt zu unserm Programm „ibc Keller Kino“. Bis im März führen wir im Untergeschoss unseres Hauses regelmässig Filme ab DVD vor, und ich freue mich schon auf Loriot in „Papa ante Portas“ am 9. November. Anschliessend gibt es jedes Mal eine sogenannte „Uustrinkete“ im Gemeinschaftsraum, das heisst, es werden halbvolle Flaschen aus der privaten Bar aufgetischt, was das Diskutieren über „Gott und die Welt“ ganz schön beflügelt.

Zuvor, am 4. November, ist ein anderer ziemlich schräger Anlass angekündigt. Unser Pesché feiert nämlich Geburtstag und lädt nicht nur banal zum Apéro ein, nein, er organisiert eine Karaoke-Night. Sie wissen schon, jeder kann so tun, als wäre er ein Starsänger. Wir haben ja einige Leute, die sonst im Kirchenchor singen, und andere, die behaupten, gar nicht singen zu können. Aber egal, Pesché sagt: „Niemand muss, alle dürfen singen“. Als Animator hat er nämlich den Karaoke-Star Mr. Soulman aus Oerlikon eingeladen. Das kann ja lustig werden…

Im Keller lagern übrigens wieder zwei grosse Kürbisse. Diese hat unser Kurt 1 grossgezogen. (Nur der Ordnung halber – wir haben noch einen Kurt 2 im Haus). Letztes Jahr wurde aus den Kürbissen eine Suppe für alle gekocht, also es gab einen tollen Suppenznacht mit anschliessendem Dessert. Jetzt hoffen wir, dass sich zwei oder drei Köche/innen finden, die diese Arbeit wieder auf sich nehmen. Von selbst geschieht halt nichts, und es sollte sich schon immer wieder jemand engagieren. Manchmal ist dies ein kleines Problem in unserer Gemeinschaft, weil, wir sind ja fast alle im Ruhestand, also i.R., was bei uns soviel heisst wie „in Rotation“.

Den Aktionstag muss man erlebt haben!

Wer in der Compagnia in Bonaduz lebt, weiss, was ein Aktionstag ist. Bei der ibc gibt es nämlich keinen Hauswart, weshalb das Gebäude einmal im Jahr von den hier Wohnenden gründlich gereinigt wird. Nicht alle greifen morgens um 9 Uhr mit Begeisterung zu den Putzmitteln, aber am Abend beim Apéro zeigt man sich bei bester Laune und ist stolz auf die gemeinsame Leistung.

Die Planung beginnt schon Tage zuvor, wenn Hanspeter auf einem riesigen Papier alle Arbeiten erfasst. Wer schreibt sich ein für den Werkraum, die Waschküche, das Treppenhaus, das Gästezimmer? Ich nehme mir den Lift vor und behandle den Chromstahl mit einem Spezialreiniger. Aber es ist stickig warm in dem Kabäuschen und vor lauter Polieren gerate ich heftig ins Schwitzen.

Den andern geht es nicht viel besser: sie fluten den Boden der Tiefgarage, bürsten den Holzboden der Terrasse, wischen das Laubwerk aus den Regenrinnen und aus dem Velounterstand. Sonnenstoren werden von Vogeldreck und Spinnweben befreit, und jeder Türrahmen mit Seifenwasser abgewaschen. Wir verwenden gewässerschonende, biologisch abbaubare Putzmittel, wie es dem umweltbewussten Minergie-Standard unseres Hauses entspricht.

Am Nachmittag sind alle ziemlich erschöpft und halten Siesta. Aber zwei Frauen sind dafür umso aktiver. Monika und Barbara bereiten ein Nachtessen vor mit Salat, Kartoffelgratin und Hackbraten. Sie decken den ganz langen Tisch und bitten dann zum Apéro. Jetzt erscheinen die Putzleute frisch geduscht und mit einem Strahlen! Man hat gemeinsam etwas geleistet und freut sich auf ein paar gesellige Stunden. Catrin meint: „Susi, deinen Blog-Titel ‚Neues von den Alten‘ solltest du ändern, denn wer an diesem Aktionstag mitmacht, ist noch lange nicht alt. „

Vom doodle zum Workshop

Ich habe ja einmal behauptet, die ibc sei ähnlich wie ein Wildbienenhotel. Alle schwirren fröhlich ein und aus, treffen sich mal auf unserer Terrasse zum Grillplausch, zum Jassen oder zu einer Geburtstagsfeier. Nein, eine Anmeldung braucht es nicht, es kommen einfach die, welche Zeit und Lust haben.

Ganz anders, wenn es um ernsthafte Themen geht, wie etwa um die Philosophie unseres Hauses. Was sind unsere Zielsetzungen, wie gehen wir miteinander um? Erfüllen die Statuten der Genossenschaft noch ihren Zweck oder sollen sie ergänzt werden? Wer hat Ideen, die man in eine Revision aufnehmen könnte?

Jetzt heisst es, erst einen Termin finden, damit möglichst fast alle an dem geplanten Workshop teilnehmen können. Barbara hat im Internet ein „doodle“ lanciert. Jede Person trägt die Daten ein, die passen. Ergebnis? Unsere Leute waren im August/ September noch so häufig auf Reisen unterwegs, dass ein zweites „doodle“ folgen musste. Jetzt, im Oktober findet sich endlich ein Termin, der den meisten passt.

Es ist eben wichtig, dass man immer wieder über die Lebensphase, die man hier mit Gleichgesinnten verbringt, nachdenkt. Sind wir solidarisch miteinander und schauen wir zueinander? Das Motto lautet ja: „So unabhängig und selbstständig wie möglich, so gemeinschaftlich wie individuell erwünscht“. Aber was meint dies, wenn Menschen mit den verschiedensten Begabungen und Eigenschaften unter einem Dach wohnen? Am Workshop soll eben hingehört werden, wenn sich das Sensibelchen äussert, und Gelassenheit geübt werden, wenn der Polteri loslegt. Das ist jetzt überzeichnet, Sensibelchen und Polteri sind aber geschlechtsneutrale Ausdrücke, sie gelten für Mann und Frau. Wir alle tragen ab und zu das eine oder andere Extrem in uns.

Im Ernst, einander gegenseitig loben für das, was gut funktioniert, ist auch angesagt, nicht nur Kritik üben. Wenn unsere Mitglieder vom Vorstand dann die Ergebnisse dieses Workshops schriftlich in den Händen halten, können sie Ziele formulieren und die Statuten anpassen. Am Grundgedanken der ibc „gemeinsam statt einsam“ wird sich aber nie etwas ändern. Das ist gut so.

Wenn wir kein Gästezimmer hätten..

 

Nicht nur zur Hoch-Ferienzeit und über Weihnachten/Neujahr ist das Gästezimmer in der ibc gefragt. Es ist nämlich so, dass sich manche Genossenschaftsmitglieder (ja, ein unschönes Wortgebilde…) hier in einer kleineren Wohnung eingerichtet haben. Sie hatten vielleicht früher ein ganzes Haus zur Verfügung. Dann aber hat man ja losgelassen und gibt sich bescheiden mit weniger Wohnraum zufrieden. Aber was, wenn sich Besuch anmeldet? Wo bringe ich meine Gäste unter? Soll dann das Sofa herhalten?

Verwandte und Freunde muss man bei der ibc nicht auswärts im Hotel einquartieren, denn es gibt ein Gästezimmer samt Bad im Haus. Sozusagen Vier-Sterne-Komfort zum Ein-Stern-Preis! Also das Zimmer, in dem locker drei Personen nächtigen können, kostet bei Doppelbelegung pro Nacht 45 Franken, Kinder unter zwölf Jahren bezahlen nichts. Schläft nur eine Einzelperson drin, bezahlt sie 30 Franken pro Nacht. Natürlich gibt’s Wi-fi, eine Aussicht ins Grüne, und das Bad kann sich auch sehen lassen.

Klar ist, dass man als Gastgeber die Rolle des Zimmermädchens übernimmt. In der Kommode liegt schöne Bett- und Badewäsche, und die soll für den nächsten Gast wieder bereit gestellt werden. Zum Frühstück treffen sich die Gäste bei ihren Verwandten oder, im Falle einer grösseren Gesellschaft, wäre gleich neben dem Gästezimmer unser Gemeinschaftsraum mit allem Küchenkomfort.

Die Buchung dieses tollen Gästezimmers geht übrigens ziemlich altmodisch analog vor sich. Auf einem Kalender setzt man zum betreffenden Datum seinen Namen und ein Kreuzchen. Der Zimmerschlüssel hängt im Putzkasten. So vertrauensvoll leben die Menschen zusammen in der ibc!

Im Moment bevölkern jedoch allerlei Enkelkinder das Haus. Diese haben ja oft länger Ferien als ihre Eltern und benötigen für die Zeit vor Schulanfang eine Betreuung. Da sieht man dann Trottinets samt Helm oder ein Kindervelo im Hausgang. Grosseltern lassen sich spannende Ausflüge einfallen, um ihren Enkelkindern die Umgebung von Bonaduz zu zeigen. Und die kleinen Gäste drücken das Durchschnittsalter unserer Bewohner und Bewohnerinnen merklich nach unten. Wenigstens bis sie wieder zur Schule müssen – in Zürich, Wettingen, Basel, Wien oder wo auch immer.

Der geschenkte Feigenbaum

Kürzlich war ich zu einer Grillparty in Chur eingeladen. In Margrits Garten tummelte sich ein Dutzend Gäste, von denen ich die meisten bisher nicht kannte. Es herrschte fröhliche Sommerstimmung, und als sich alle satt gegessen hatten, da brachte Beatrix ein Anliegen vor. Sie sei nämlich aus Malix, und dieses Dorf befinde sich auf 1116 Meter Höhe über Meer. Das Problem sei, dass ihr Feigenbaum dort oben einfach nicht richtig gedeihe. Sie und ihr Partner würden ihn daher immer im Haus überwintern und im Frühjahr wieder nach draussen bringen.

Aber jetzt seien sie auch nicht mehr die Jüngsten und diese Zügelarbeit falle ihnen immer schwerer. Beatrix schaute in die Runde: „Hat jemand Interesse an unserm Feigenbaum?“ Ich meldete mich und sprach von unserm ibc-Garten auf nur 600 Meter Höhe. Das war jetzt etwas voreilig, denn ich konnte ja nicht für die ganze Genossenschaft sprechen. Was wusste ich denn vom Transport und von der Pflege eines umgesetzten Baumes! Aber Beatrix sah schon eine Zukunft für ihren Baum und meinte mit Nachdruck: „Gell, meldest dich.“

Was war zu tun? Anderntags schrieb ich eilig unserer Vertreterin der Gartengruppe ein Mail: „Können wir einen geschenkten Feigenbaum brauchen?“ Klar, in einer Genossenschaft kann man so eine Frage nicht gleich mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten. Es gilt abzuwägen: Wo hats noch Platz, wie gross wäre der zusätzliche Arbeitsaufwand, wer kümmert sich um den Malixer Baum? Schliesslich sind wir keine Fachleute punkto Baumpflege, und ja, jeder und jede hat doch sonst schon eine Menge zu tun. Aber immerhin hat unsere Gartenfrau Barbara zugesagt, das Thema mit den andern Gartenleuten zu besprechen, nur gerade jetzt sei sie noch in den Ferien.

So warten wir mal ruhig ab, ob unser Garten dem Baum aus Malix eine neue Lebenschance gebend darf.

 

 

 

Unterm Nussbaum

Der Balkon meiner Wohnung in der Genossenschaft ibc ist ja ganz nett, aber die nahe Bahnhofstrasse wirkt halt nicht so stimmungsvoll. Nein, hier mag ich kein Buch zur Hand nehmen, vielmehr geniesse ich die langen Sommerabende gerne in unserm Garten unterm Nussbaum. Dort hat die Gartengruppe eine romantische Sitzgruppe eingerichtet.

Wenn also nicht gerade eine Grillparty hinterm Haus stattfindet, dann fühle ich mich an diesem Plätzchen wie im Paradies. Rundherum ist Natur. Unsere emsigen Gartenleuten schauen gut zu Pflanzen und Bäumen, aber ohne diese übertrieben zurecht zu stutzen. Nahe beim Sitzplatz befindet sich die Kräuterspirale, wo sich alle ihre Küchengewürze pflücken dürfen. Dann gibt es einen Stein mit wassergefüllter Mulde – ein reizendes Vogelbad! Auch während Trockenperioden schaut unser Kurt, dass immer frisches Wasser darin ist. Eine Blumenwiese, die später mit der Sense gemäht wird, ist ebenfalls in Sichtweite. Es ist ganz still hier, nur der Wind säuselt in den Blättern des Nussbaums. Eine Amsel hüpft durchs Gras, ein Elsternpaar verzieht sich ins Geäst des nahen Kirschbaums. Die Abendsonne wirft ihr zauberhaftes Lichterspiel auf den kleinen Platz.

Hierhin begebe ich mich also gerne, ein Buch und ein Kissen unterm Arm, und vergesse die Zeit. Was ich lese? Nun, wir haben ja eine eigene Bibliothek im Haus, und da findet jede und jeder gute Lektüre. Aber über die tolle Literaturauswahl und über unsere Bibliothekarin erzähle ich ein anderes Mal.


			

Gut Kirschen essen

Letztes Jahr hat ja unser Chriesibaum im Garten der ibc eine schlechte Figur gemacht: kein Blust, keine Bienen, dafür Meister Frost im April! Somit fiel die Ernte aus. Aber ganz anders dieses Jahr, denn der Baum hängt voll herrlicher dunkelroter Kirschen. Längst ist eine Leiter aufgestellt, und alle können sich bedienen. Ja, die Äste hängen so tief, dass man nur darunter zu stehen braucht – gleich in den Mund oder erst mal in den Korb und dann in die Küche.

Die Verwendungsarten sind zahlreich, und Sibylles Entsteinungsgerät macht jetzt die Runde. Allerdings können die Früchte auch gleich mit dem Stein tiefgekühlt werden, etwa für Wähen. Lisbeth gibt sich die Mühe und füllt die Ernte heiss in Gläser ein. Andere kochen sogar Konfitüre ein. Ich schnetzle das Fruchtfleisch gerne in mein Birchermüesli. Frischer und mehr Bio als von unserm Baum geht ja gar nicht.

Hat jemand nach Würmern gefragt? Nun, sehen tut man sie höchstens beim Aufgiessen mit heissem Wasser. Aber muss man sie sehen? „Das ist die Proteinzugabe“, meint Lisbeth.

Doch soviel wir auch Kirschen mit und ohne essen – wir werden der Ernte nicht Meister und müssen den Rest den Vögeln überlassen. Vielleicht haben wir einmal einen Bewohner oder eine Bewohnerin, der/die sich aufs Kirschbrennen versteht? Den eigenen ibc-Kirsch trinken – das wäre das höchste der Gefühle. So oder so kann man aber sagen: „Mit der ibc ist gut Kirschen essen!“

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