Bonaduz ist auch ein Wintersportort

Das tönt jetzt vielleicht komisch: Bonaduz hat weder einen Skilift noch eine Piste und soll trotzdem ein Wintersportort sein? Nun, in nächster Nähe unserer Genossenschaft gibt es immerhin eine Langlaufloipe und einen Eisplatz – wenn es denn genügend Schnee hat und die Nächte schön kalt sind. Das ist diesen Winter – Holz berühren – bis jetzt der Fall.

Auch wenn im Dorfzentrum nur noch ein paar erbärmlich schmutzige Schneehaufen liegen – entlang der Via Lag präsentiert sich der Winter ganz anders. Dort breitet sich die derzeit hart gefrorene Schneedecke aus. Der Skiclub Scardanal mit Nordicchef Johannes Mayer hat wie jedes Jahr bei genügend Schnee eine Loipe für Skating und für klassischen Stil präpariert – ursprünglich waren es sieben Kilometer, momentan sind es immerhin noch fünf Kilometer, die durch eine prächtige Landschaft führen.

Start ist beim Eisplatz unweit vom Lag. Aber was, wenn man gar keine Langlaufausrüstung hat und eigentlich eher der Wandertyp ist? Ich habe es ausprobiert und bin heute einfach mit den Wanderstöcken losmarschiert. Trotzdem ich doch brutto gut und gern 65 Kilogramm schwer bin hat mich die Schneedecke getragen. Nichts von mühseligem Einbrechen, nur hindernisfreies, fast schwereloses Gehen! Was für ein Genuss! Klar ist, dass man sich nur am Rand der Loipe bewegt und diese keinesfalls beschädigt. Aber verboten ist das Wandern entlang der Spur nicht, wie mir Johannes Mayer versichert. Allerdings dürfe man gleichwohl an die Loipenpasskasse denken (der Tagestarif beträgt fünf Franken).

Ab und zu ist mit rassigem Tempo ein Langläufer unterwegs und grüsst freundlich, aber sonst pure Winterlandschaft rundherum. Nach einer guten Stunde bin ich wieder zuhause. Jetzt verschmerze ich sogar, dass in der ibc dieses Jahr kein Dreikönigs-Brunch stattfindet, wie es sonst Tradition war. Corona zwingt uns, andere Freuden zu finden. Eine solche Freude liegt derzeit buchstäblich vor unserm Haus.

Einmal nicht von Corona reden…

Bei uns in der ibc Bonaduz ist es nicht anders als wie überall: kommen ein paar Leute mit Maske und Abstand zusammen, dann wird halt das Dauerthema „Corona“ besprochen. Zum Beispiel neulich an der Kaffeerunde. Rosmarie (Name geändert) erklärte, man müsse im Ernstfall nur Blutverdünner anwenden, das sei die beste Covid 19-Therapie. Conrad (Name geändert) hingegen schwor auf eine Studie, welche besagt, dass die Blutgruppe entscheidend sei bei einer Infektion. Er habe zum Glück Blutgruppe 0, welche sich selten anstecke. Das ist jetzt blöd für mich mit Blutgruppe B, dachte ich im Stillen. Aber es wurden ja noch andere Massnahmen auf den Kaffeetisch geworfen: häufiges Lüften der Räume und Vitamin D-Präparate nehmen.

Nun, am Ende dieser Kaffeerunde waren wir alle eher hässig als fröhlich und angesteckt – nicht vom Virus, aber leider von einer gewissen Beunruhigung. Wie gut war es da, dass unser Ruedi von der Kulturgruppe einen Kinoabend angesagt hatte. Im ibc-Kino in unserm Gemeinschaftsraum sollte „My Octopus Teacher“ gezeigt werden. Es war die Geschichte des südafrikanischen Tauchers Craig Foster, der während eines Jahres fast täglich unter Wasser einen Tintenfisch (Octopus) besuchte und mit ihm eine Verbindung aufbaute. Er hielt diese Begegnungen mit der Kamera fest und gestaltete daraus einen berührenden Film. Wir, die Hauskinogäste, sassen ganz still mit Maske da und lernten eine Lektion über die Verbindungen von Mensch und Natur.

Am nächsten Tag erinnerte ich mich an das so wichtige Vitamin D, das man sich ja nicht nur durch Medikamente zuführen kann. Es genüge schon das blosse Draussen in der Natur sein, heisst es. Ich zog mich also winterfest an, nahm die Stöcke und wanderte über verschneite Pfade Richtung Sculms. Kein Mensch weit und breit, nur stille Schneelandschaft (siehe Foto) und das Thema „Corona“ war für eine Weile ganz weit weg.

Wenn Corona ist, dann hilft ein gutes Buch

Wir sollen jetzt möglichst unter uns bleiben. „Treffen Sie so wenige Menschen wie möglich“, sagt das Bundesamt für Gesundheit, denn die Ansteckungsgefahr sei gross. Doch wer diesem Befehl nachkommen will, kann kaum mehr Freunde um sich haben. Eine andere Art von Freundschaft ist in solchen Zeiten angesagt.

In Krisenzeiten haben sich das Buch und der Hund schon immer als Freund des Menschen bewährt. In unserm Haus ibc in Bonaduz leben seit längerer Zeit drei Hunde und es gibt sehr viele Bücher. Von letzteren, also von unserer Bibliothek, soll hier die Rede sein. Als ich vor gut sechs Jahren in die Genossenschaft einzog, da fiel mir gleich die schöne Bibliothek im Gemeinschaftsraum auf. Weitsichtig hat man beim Innenausbau des Hauses eine Wand mit Regalen bis zur Decke eingerichtet. Erste Bewohner haben diese Hausbibliothek mit Büchern aus ihrem eigenen Fundus bestückt, sei es als Leihgabe oder als Schenkung. Es wurde eine Bibliothekarin gewählt, deren Aufgabe es war, die Bücher nach Rubriken alphabetisch sortiert nach Autor einzureihen. So findet man sich gleich zurecht, sei es, dass man nach einem Kriminalroman sucht, gerne eine Biographie lesen würde oder dass einem der Sinn nach Astrologie, Religion und Psychologie steht.

Zunächst wurde die Ausleihe mit Karteikarten betrieben. Aber als unsere Franziska das Bücherwesen übernahm, stellte sie vereinfachte Regeln auf: Bücherfreunde und -freundinnen sollten sich wie in einer Hotelbibliothek bedienen können. Man stellt das Werk später wieder ins Regal, ganz nach dem Motto „alles gehört allen“. Ein schönes Buch gekauft oder geschenkt erhalten? Nach dem Lesen gelangt manches aus Privatbesitz ebenfalls in unsere Bibliothek.

Genau so geht es jetzt mit „Muttner Küche gestern und heute“. Letzte Woche nahm ich als Gast an einer Buchvernissage in Chur teil. Erwin Wyss vom Walserverein Mutten als Autor präsentierte sein Buch über Kochen, Kultur und Geschichte der Menschen aus dem Walserdorf Mutten. Entstanden ist ein reich bebildertes volkskundliches Werk, in das man sich mit Wonne vertiefen kann. Erwin, der mit mir vor einigen Monaten in der TV-Sendung „Mini Schwiiz – dini Schwiiz“ zu sehen war, hat mir ein Exemplar dieses besonderen Kochbuches geschenkt. Danke! Und ganz klar, dass die „Muttner Küche“ jetzt als neuester Eingang unsere Büchersammlung bereichert. Denn Kochen und Lesen macht glücklich, und ein gutes Buch ist immer auch ein guter Freund!

Von Vollmondsuppe und Gartenaufräumen

Bitte Holz berühren (oder Stirne) – aber im Haus ibc in Bonaduz müssen wir bisher zum Glück noch keine Ansteckungen verzeichnen. Damit das so bleibt begegnen wir uns nur mit Abstand und mit allen andern Vorsichtsmassnahmen. Gleichwohl hatten wir gestern einen netten Anlass. Die Jecklins luden nämlich zur Vollmondsuppe im Garten ein. Als es schon dunkel war versammelten wir uns, die eine Hälfte unter dem Kirschbaum, die andere unter dem Nussbaum. In der Mitte unsere Feuerstelle. Da schöpfte Barbara dann die herrliche Gemüsesuppe aus, während auf dem Grill darüber die Würste Farbe annahmen.

Die Idee war raffiniert, denn es ging ja nicht nur um den Vollmond, der tatsächlich über uns am Himmel stand. Das Gartenmobiliar, auf dem wir es uns gerade mit Kissen und Decken gemütlich gemacht hatten, sollte am nächsten Tag in den Winterschlaf gebracht werden. Kurz und gut – es ging heute Samstag um den Garten-Aktionstag mit Rosen schneiden, Laub abführen, Kiesweg jäten und andern anstrengenden Tätigkeiten. Wir nutzten das schöne Herbstwetter voll Energie, denn gemeinsam lässt es sich gut arbeiten. Zur Halbzeit sorgte unsere Maya mit einem Imbiss für Stärkung und Erholung.

Ja, und auch bei uns gilt in Gruppen: sitzen gleich Maske weg, sonst Maske an. Doch wie überall gibt es auch in unserer kleinen Gesellschaft zu diesem Thema strengere und liberalere Meinungen. Die Präsenz von Corona ermüdet uns manchmal. Aber dann denke ich an die beiden Frauen, die unter unserm Dach leben und bei denen Krebs diagnostiziert worden ist. Sie würden vielleicht noch so gerne im Garten mithelfen. Also lassen wir das Jammern! Immerhin können die meisten von uns morgen Sonntag eine Herbstwanderung unternehmen.

Eine Turnschuh-Wanderung am Rhein entlang

Ja, das Corona-Virus lähmt uns auch. Was darf man heute noch, was gilt ab morgen? Wo bleibt unsere Lebensqualität? Nun, ich selber bin heute gar nicht so depressiv gestimmt, denn ich meine, solange man noch nach draussen gehen kann, gibt es keinen Grund, allzu traurig zu sein.

Ich habe eine kleine Wanderung gemacht, die ich sehr empfehlen kann. Man braucht dazu weder Rucksack noch Bergwanderschuhe. Etliche Bewohner/innen unseres Hauses kennen diese Route auch und sind begeistert. Also in Bonaduz nimmt man am Bahnhof einfach die S-Bahn, die immer zur Minute 05 Richtung Thusis abfährt. Ziel ist der Bahnhof Rothenbrunnen mit Halt auf Verlangen (Knopf drücken). Von hier aus geht es nicht über die Brücke, sondern gleich am linken Rheinufer entlang. Ein schöner Naturweg, ohne grosse Steigung, führt immer geradeaus, bis man das Schloss Rhäzüns erblickt. Dazu benötigt man mit Fotostopp und Pause auf dem Bänkli beim Aussichtspunkt rund eine Stunde. Weiter geht es zum Bahnhof Rhäzüns oder – noch besser – über den Feldweg und vorbei an der St. Georgskirche wieder zurück nach Bonaduz.

Der farbenprächtige Wald und der Tiefblick zum Rhein bilden ein Stimulans für die Psyche, sodass man heiteren Gemütes wieder zur Wohnung in unserer Genossenschaft gelangt. Aber die hier beschriebene Strecke ist ja nicht die einzige Turnschuh-Wanderung, die ich kenne. Rund um unsere „buonacompagnia“ existieren zahlreiche Varianten von ähnlichen Wanderwegen, und dies ist wirklich ein grosses Plus der Wohnlage in Bonaduz.

Was wir sonst noch in nächster Zeit in unserm Haus vorhaben? Nun, am 30. Oktober gibt es einen Vollmond-Suppenznacht mit Wurst, und zwar draussen am Feuer. Bevor die Gartenmöbel ins Winterquartier versorgt werden wollen wir uns aerosolfrei um einen heissen Suppentopf versammeln. Ab November veranstalten wir auch wieder Kinoabende, aber dazu mehr in einem nächsten Blog.

Mit heisser Luft gegen Unkraut

Wie überall bestimmen Virus und Ansteckungsgefahr den Alltag in der ibc. Nein, niemand von uns ist derzeit in Quarantäne, aber wir sind alle sehr vorsichtig und verzichten auf das Zusammensein in grösserer Runde. Weder zum Feiern noch zum Trauern sollte man sich derzeit am runden Tisch treffen. Ja, wir haben nämlich den ersten Todesfall im Haus zu beklagen. Rosmarie, die zwar schon seit sechs Jahren im Altersheim in Chur lebte, ist kürzlich gestorben. Ihr Ehemann Kurt ist ja damals gemeinsam mit ihr Mitglied unserer Genossenschaft in Bonaduz geworden. Er hat sich um Rosmarie gekümmert, so lange er konnte.

Auch mit Demenz und dem Umzug ins Altersheim bleibt Rosmarie quasi ein Mitglied unserer Gemeinschaft. Sie gehörte zu Kurt und der wiederum gehört zu uns allen. So haben wir ihm unser Beileid mit vielen Karten schriftlich ausgedrückt.. Aber wie gut, dass Kurt jetzt nicht allein irgendwo in einer Wohnung haust, sondern sich weiterhin rund um unsere Liegenschaft nützlich macht. Heute habe ich ihn beim Unkrautvertilgen angetroffen. Unter dem Ahornbaum breitet sich so eine kleinwüchsige, wild wuchernde Klee-Art aus. Ihr mit der Hacke den Garaus zu machen wäre für unsere Senioren effektiv zu mühsam, aber ein Gift spritzen, das wollen wir ja auch nicht.

Weiss der Kuckuck, in welchem Katalog Kurt dieses kleine Elektrogerät entdeckt hat. Es produziert eigentlich nur sehr heisse Luft. Kurt setzt sich auf einen Hocker und versengt mit diesem Ding rundherum, was nicht in den Garten gehört. Dann meint er noch, man könnte damit auch das Kaminfeuer in Gang bringen.

Ja, wenn wir uns endlich wieder einmal beim Kaminfeuer gemütlich versammeln dürfen…

Alle zeigen, was in der eigenen Wohnung so hängt

Es ist etwas schwierig, unser Motto „Gemeinsam statt einsam“ im Corona-Jahr umzusetzen. Den ganzen Sommer über gab es trotz prächtigem Wetter halt nie ein Grillfest mit Salatbuffet, keine Tavolata mehr… Ja, man könnte noch weiter jammern. Wir mussten auch Vernissagen mit auswärtigen Gästen absagen. Aber gut, nun haben wir einfach selber eine Vernissage gemacht, und zwar mit Bildern aus unsern eigenen Wohnungen.

Wir von der Kulturgruppe haben eine kreative Aktion geplant und alle gebeten, uns ein paar Dekorationsstücke von ihren Wänden zu überlassen. Am Boden in der Wohnung, die derzeit nicht vermietet ist, sammelten sich Werke aller Gattung an: vom kleinen Scherenschnitt bis zum grossen Plakat, vom selbstgefertigten Textilbild bis zur renommierten Litho von Erni oder Braschler. Keine leichte Aufgabe für unsern Kurt 1, diese Objekte artgerecht an den allgemein zugänglichen Wänden aufzuhängen!

Ja, passen denn die Motive überall zusammen? Etwa die Masken aus Venedig und aus dem Wallis und dann noch neben diesem Schäfchen auf der Wiese? Klar, wir folgen derzeit ja lammfromm dem nationalen Maskengebot. Und nein, das herzige Schäfchen hat auch nichts mit dem Jagdgesetz zu tun. Sicher, Blumen, Landschaften oder ein Druck von Alois Carigiet sind unverfängliche Sujets. Aber Diskussionen sind ja wünschenswert – gutgelaunt wird wieder miteinander geredet!

Das hat unsere Francine als Kuratorin der Ausstellung wunderbar in Gang gebracht. An der Vernissage forderte sie uns auf, etwas über Herkunft und Hintergrund der Werke zu erzählen. Und schliesslich wanderten die Bewohner/innen aus Haus A ins Haus B und umgekehrt, um überall zu schauen, sich zu wundern und zu staunen. Endlich gabs auch wieder einmal einen zünftigen Apéro wie in Vor-Corona-Zeiten. Wir sind ja bis jetzt glücklicherweise davongekommen, denn die SwissCovid-App sagt uns täglich: „Es wurde keine mögliche Ansteckung gemeldet“.

Nur schade, dass wir diese so persönlich gestaltete Ausstellung der Öffentlichkeit vorenthalten müssen. Aber wenn Sie, liebe Lesende, einmal persönlich zur Besichtigung bei uns erscheinen, dann führen wir Sie gerne durch alle Stockwerke und in den Gemeinschaftsraum. Die Ausstellung dauert bis Weihnachten…. oder wird Weihnachten wegen Corona etwa auch verschoben?

Ich wollte schon aufgeben…

Ehrlich gesagt, schlägt mir die auf unbestimmte Zeit verlängerte Virus-Gefahr ein bisschen aufs Gemüt. In unserm sonst so geselligen Haus ist es halt immer noch sehr ruhig. Wir mussten zwei auf Ende August verschobene öffentliche Anlässe jetzt definitiv absagen, denn unser Vorstand will keine Ansteckungen riskieren. Bis jetzt ist zum Glück alles in der ibc gut gelaufen…

Aber klar, mit der Maske im öV sieht man nicht so vorteilhaft aus, und der Lippenstift ist für die Katz. Viele tolle Kulturveranstaltungen zwischen Thusis und Chur, die einige von uns so gerne besuchen, sind gestrichen worden. Nur zum Sagen: Mein Enkel Lucas absolviert derzeit die Rekrutenschule in der Kaserne Chur, und in deren Verlauf wäre ein Besuchstag für die Verwandten angesagt – doch Sie können es sich denken, er ist abgesagt worden.

Jetzt hat aber unser Kurt 1 eine Idee in die Sitzungsrunde der Kulturgruppe eingebracht. Damit wieder mehr Farbe, Leben und Spannung in unsere Gemeinschaftsräume einzieht, könnten wir eine hauseigene Ausstellung organisieren. Anstatt fremde Werke sollen Lieblingsstücke aus unsern Wohnungen die Wände zieren. Diese müssen nicht aus eigener Produktion stammen, denn es kann sich durchaus auch um Drucke oder Plakate handeln. Oder besitzt jemand ein schönes Kunstobjekt zum Aufstellen? Alle Grössen und Stilrichtungen wären möglich. Kurt und seine Hilfskräfte werden dann das Aufhängen und Präsentieren übernehmen und am Samstag, 12. September soll die hausinterne Vernissage stattfinden. Eine Gelegenheit, die Mitbewohnenden unserer ibc noch besser kennenzulernen, und ganz sicher gibt es dazu auch einen Apéro.

Ja, ich wollte eigentlich schon mit dem Blog-Schreiben aufhören, aber das Stimmungstief scheint nun doch überwunden. Das Selfie-Foto von meinem Rekruten Lucas, Inf RS 12-2, Kp 1 Zug Ambos, das er mir auf WhatsApp zugestellt hat, schalte ich aber auf jeden Fall noch hier ein.

Ach ist das schön – der ganz normale ibc-Alltag etabliert sich wieder in unserm Haus. Vorbei ist die durch das Corona-Virus erzwungene Ruhe mit den vielen Verhaltensmassnahmen, die es zu beachten galt. Jetzt wagen wir wieder das Zusammensein, ohne dass Lisbeth mit dem Zweimeter-Massstab den Abstand unter uns Senioren prüfen muss. Heute ist schon einmal der erste Grillabend auf der Terrasse angesagt.

Nur unser Garten hat sich eigentlich nie um Corona gekümmert. Hier blüht und duftet es, als ob nie etwas gewesen wäre. Ich weiss nicht, wie viele Sorten Rosen derzeit gerade auf ihrem Höhepunkt sind und uns mit ihren Farben betören. Ein paar Sonnenblumen recken sich auch schon in die Höhe. Dazu spriessen viele Gräser, Kräuter und Wiesenblumen…

Ja, die Vegetation zeigt sich in voller Pracht! Der Monat Juni hat uns ja mit reichlich Regen bedient, und auch die Schafskälte-Tage sind jetzt vorbei. Unsere Gartengruppe wappnet sich daher für allfällige Trockenperioden und legt einen Giessplan für alle auf. Immer je drei Personen sollen sich eine Woche lang achtsam um das Bewässern kümmern. Im Gemeinschaftsraum ist auf einem grossen Ausdruck des Gartenplanes gelb markiert, welche Pflanzen man bewässern soll. So sollen Durststrecken, auch in Berücksichtigung von Wind, Gewitter und Höchsttemperaturen, vermieden werden. Ich bin übernächste Woche mit Anna und Barbara eingeteilt und freue mich, diesen kleinen Dienst an der Natur leisten zu dürfen.

Was die Natur betrifft: da muss auch unser Kirschbaum erwähnt werden. Dieser wurde ja einer fachmännischen Behandlung unterzogen, da er uns letztes Jahr nur wurmbefallene Früchte bescherte. Ja, es wurde gar vom Fällen des Baumes gesprochen. Aber alles hat sich zum Guten gewendet und derzeit können wir reichlich gesunde Kirschen ernten!

Gartenprojekt Hochbeet

Ja es ist immer noch sehr still in der ibc. Die Vorschriften betreffend Corona-Virus werden nach wie vor beachtet und es gibt keine gemeinsamen Anlässe. Wir sind ja schon glücklich, dass in unserm Haus bisher niemand Symptome dieser unheimlichen Lungenkrankheit aufweist.

Aber ganz in Quarantäne sind wir nicht, und so spriessen gleichwohl gute Ideen für unsere Wohngemeinschaft. Es ist nämlich die Gartengruppe, die mit einem Projekt vorstellig wird. Federführend sind Kurt und Maya, die gerne ein Hochbeet auf unserm Grundstück realisieren möchten. Oder bei Interesse gleich mehrere. Die beiden legten also eine mehrseitige Dokumentation im Gemeinschaftsraum auf. Jeder und jede spaziert ja einmal hier vorbei und kann lesen, um was es dabei geht:

So ein Hochbeet besteht aus Lärchenholz und hat den Vorteil, dass man in angenehmer Körperhaltung und fast ohne Schnecken säen und ernten kann. Allerdings braucht es im Innern eine Noppenfolie als Schutz vor Fäulnis und ein Drahtgeflecht gegen Nagetiere. Das Ganze gibt’s mit Bauanleitung für etwa 400 Franken. Ich wünsche den Initianten schon, dass sie mit ihrem Antrag an unsern Vorstand Erfolg haben. Denn vielleicht, wenn wir wieder zur Tavolata einladen können, gibt es schon bald ein Menü mit eigenem Gemüse und Salat.

Bis es soweit ist dürfen wir uns an der Margritenwiese erfreuen. Zwar hat der Rasen enorm unter der Trockenheit gelitten, aber das scheint die Margriten nicht zu stören. Sie wachsen und blühen in grosser Anzahl. Hanspeter war kürzlich mit dem Rasenmäher unterwegs, hat aber rund um die Margriten einen Bogen gemacht, sodass unsere Wiese jetzt ein herrlicher Anblick ist.

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