Im Näh-Treff geht es auch um nachhaltige Mode!

Schon längst wollte ich einmal etwas über diesen wöchentlichen Näh-Treff in unserm Haus berichten. Immer am Freitag kann man einen Blick in die Schneiderei werfen, wo Frauen und auch Männer an einer von fünf Nähmaschinen sitzen und mit Stoffen hantieren. Klar, wer aus einem Kriegsland flüchten muss, nimmt nur das Nötigste mit. Daher ist dieses kostenlose Angebot des Kulturpunkts – der Näh-Treff – äusserst sinnvoll und wird rege genutzt. Gerade Frauen aus der Ukraine seien kreative Schneiderinnen, sagt man.

Diese Woche tritt der Näh-Treff noch mit einem weiteren Anliegen an die Öffentlichkeit: Es geht nämlich um faire Mode! Priska und Sabine, die beiden Organisatorinnen, haben sich dem Projekt „Fashion-Revolution Schweiz“ angeschlossen. Zum Gedenken an das Unglück in der Textilfabrik von Rana Plaza im April 2013 wird bei uns im Kulturpunkt wie auch an andern Orten in der Schweiz über nachhaltige Mode diskutiert. Dies sei eine Bewegung, mit welcher man die Modeindustrie verändern wolle, sagt Priska. Es gehe um Infos über die miserablen Arbeitsbedingungen der Näherinnen, um Rohstoffe, Abfallberge und um Umweltzerstörung.

Im Kulturpunkt gibt es jetzt an drei Tagen Anregungen, wie man mit Kleidertausch und Wiederverwertung die Modeindustrie verändern könnte. Zubehör wie buntes Garn und anderes aus dem Nähkästli ist vorhanden, und wer sich noch nicht an die Nähmaschine getraut, bekommt Unterstützung. Schön ist, dass neben Migranten auch Einheimische mit Schere und Nadel hantieren, wie etwa Eva, die aus einer ausgedienten Jeanshose ein Paar lässige Shorts kreiert. Ein echter Input zu Upcycling!

Also mich hat diese Aktion schon nachdenklich gemacht! Erst kürzlich habe ich ja dummerweise ein paar Sachen im Textilcontainer entsorgt, anstatt sie hierher zum Kleidertausch zu bringen. Und dann kaufte ich mir dieses silbergraue T-Shirt mit der Etikette „Marc Aurel“ (das war doch ein römischer Kaiser?). Nun, 80 Prozent aus Baumwolle, aber ich habe keine Ahnung, wo und unter was für Bedingungen dieses neue Stück in meiner Garderobe entstanden ist. Shame, shame….Besser wäre, sich heute noch Infos an der Fashion Revolution Week im Kulturpunkt zu holen.

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