Und dann sagen sie: „Tschüss, schöns Tägli“

Jetzt muss ich wieder einmal von den Emigranten berichten, die ich wöchentlich im Kulturpunkt treffe. Dina, Khujista, Aref und Mussie üben mit mir Deutsch, aber ohne irgend einen grammatikalischen Druck. Gleichwohl soll ihnen die Plauderei helfen, unsere Sprache in Wort und Schrift besser zu verstehen. Doch das ist für sie enorm schwierig, das muss man sich einmal vor Augen halten: Nicht nur haben wir andere Schriftzeichen als sie in ihrer Heimat, denn mit unserer Gross- und Kleinschreibung und mit der Reihenfolge der Wörter kommen noch mehr Probleme auf sie zu.

Zum Üben senden sie mir oft Texte und berichten aus ihrem Tagesablauf. Beispielsweise so: „Ich habe heute Morgen aufgestanden und zum Frühstück eier gegessen. Später habe ich mein Mittagessen gegessen. Dann hat mein Kollegen telefoniert und wir haben gesprochen.“

Sie können ja alle ziemlich gut Englisch, also dort schreibt man „eggs“ klein. Warum jetzt auf Deutsch mitten im Satz mit einem grossen „E“? Überhaupt diese Gross- und Kleinschreibung! Und wie ändert die Bedeutung von plaudern, reden, sprechen?

So gibt es noch viele kleine Verbesserungen, die wir einüben. Dazu haben wir heute ein Diktat gemacht, wozu uns als Text das Fasnachtsprogramm diente. Gut möglich, dass meine Lernenden dann auch am Strassenrand stehen und den Umzug bestaunen. Ein paar Dialektausdrücke kennen sie natürlich auch, etwa „Fasnachtschüechli“. Ja und wenn sie den Kulturpunkt verlassen, dann rufen sie jeweils fröhlich „Tschüss, schöns Tägli“ in den Raum.

Zum Diktat dient das Fasnachtsprogramm.

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑