Das ist schon schön: da klaube ich meine Wäsche aus der Maschine, und gleichzeitig kommt Martina aus dem Garten in die Waschküche. Sie habe gerade geerntet, ob ich ein paar von ihren Broccoli wolle: „musst sie nur in der Pfanne in Olivenöl schwenken und etwas Salz darüber…“ Oh, vielen Dank! Aber womit kann ich mich revanchieren? Ach, ich habe ja soeben eine Grosspackung WC-Papier vom Coop nachhause geschleppt, ein paar Rollen davon sind für Martina. Diese treffe ich jetzt aber vor der Wohnung von Jonathan an, wo sie quasi „Anwesenheitskontrolle“ macht. Jonathan, der Skitourengänger, hat letzte Woche einen glimpflich verlaufenen Sturz erlitten und musste mit der Rega ins Spital geflogen werden. Gehirnerschütterung, ziemlich zerschundenes Gesicht, jetzt sollte er sich zuhause ausruhen. Da ist es eben schon gut, dass wir andern vom Haus einmal nachfragen, wie es ihm geht.
Und wie wird es mir selber am Dienstag, 6. April gehen? Weil in meinem Innern macht sich schon jetzt das Lampenfieber breit. Mutig habe ich nämlich für diesen Tag einen Politanlass in unserm Haus organisiert. Also kein Konzert, kein Brunch, sondern Stadtpolitik mit zwei kompetenten Gästen! Es sollen sich aber nicht alle, die hoffentlich kommen werden, in einer Art Wohlfühlblase tummeln, das heisst es geht nicht nur um die Sicht einer einzigen Partei. Meine Gäste heissen Hans-Martin Meuli von der FDP und Dr. Johannes Meyer von der GLP. Beide haben bereits Einsitz im Stadtrat und ja, sie möchten dann im Juni wieder gewählt werden.
Aber bei unsern Themen geht es nicht um diese Stadtratswahlen, sondern um das, was die Churer Bevölkerung derzeit bewegt: Umsetzung der Stadtklimainitiative, Wohn-, Lebens- und Arbeitsraum Chur. Manche Leute schreiben zu diesen Anliegen Leserbriefe in der Zeitung. Andere machen nur die Faust im Sack. Bei uns im Restaurant Kulturpunkt haben nun alle Gelegenheit, Fragen zu stellen und zu diskutieren.
Meine Aufgabe als Moderatorin wird sein, jeden und jede zu Wort kommen zu lassen, darauf zu achten, dass niemand allzu lange spricht und dass alle verstanden werden. Ich hoffe, dass mir dies gut gelingen wird und vor allem hoffe ich, dass ich ein ziemlich grosses Publikum begrüssen darf! Denn das ist ja das Schreckgespenst von allen, die einen Anlass organisieren: dass dann gar niemand kommen könnte….

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