Jede Person in unserm Haus übernimmt ja irgendwelche Aufgaben, die der Allgemeinheit dienen. Da gibt es ganz fleissige Leute, aber auch eher bequeme. Zu den Letzeren zähle ich mich auch, denn ich betreue jeweils am Freitag Nachmittag unser Restaurant Kulturpunkt. Es ist dann sehr ruhig, es läuft nicht viel und ich kann Zeitung lesen oder Sudoku machen.
Also gestern trudeln nach Schulschluss zwei Kanti-Mädchen ein, bestellen Chai-Tee, schlagen ihr Laptop auf und besprechen Hausaufgaben. Gleichzeitig laden sie ihr Handy an unserm Stromnetz auf – geht doch ganz bequem! Dann erscheint ein Herr mit Mappe, nimmt eine Gazosa und sagt, er möchte für die GV seines Vereins eine Reservation machen. Ich zeige ihm unsere zwei Säle und er findet den kleineren Seminarraum geeignet. Ich notiere alle Daten und versichere, dass unser Gastrochef Memet ihm eine Bestätigung zustellen wird.
Es kommen zwei mittelalterliche Damen, die sich viel zu erzählen haben. Sie bestellen Kaffee und ich bin heilfroh, dass es nicht Capuccino sein soll, denn mit dem Milchaufschäumen an der Kaffeemaschine bin ich nicht so geübt. Alsdann ist es wieder ruhig, bald werde ich ja abgelöst. Doch dann kommt eine junge Frau schüchtern auf mich zu. Sie spricht sehr leise und ich verstehe nur „Kuchen“ und „kein Geld“. Hoppla, dieser Mensch hat Hunger und da mache ich jetzt kein Büro auf. In der Küche hats ja noch Gemüsewähe vom Mittag übrig. Davon serviere ich ihr ein grosses Stück zusammen mit einem heissen Tee.
Dann steht ja schon Ignaz unter der Türe, der die Kasse übernimmt. Memet kommt von seiner „Zimmerstunde“ zurück und es ist fertig mit Ruhe. Denn jetzt wird das Konzert für heute Abend technisch eingerichtet, was ein ziemlicher Aufwand ist. Die Fleissigen sind in Aktion und ich darf in den Feierabend gehen……
Bild: Blick in unser Restaurant Kulturpunkt am Nachmittag.

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