Eigentlich wollte ich mich eine Weile still verhalten. Man kann ja nicht über jedes Apéröli, das in unserm Haus stattfindet, eine Story schreiben. Das wäre übertrieben und auch langweilig. Aber am letzten Samstag ging es um einen nationalen Anlass. Es fand nämlich der nationale Heckentag statt, und Christine kann sich stolz selber auf die Schulter klopfen, weil sie dieses Ereignis für unsere Halde praktisch umgenutzt hat. Also gibt es wieder Stoff zum Berichten, und auch Brigitta meinte, sie wolle dann ein paar Fotos für unser Hausarchiv.
Es ging darum, eine einreihige Wildsträucherhecke entlang der Grenze zum Rebberg zu pflanzen. Die jungen Gewächse konnte Christine dank der Teilnahme an eben diesem Heckentag mit zwanzig Prozent Rabatt in der Baumschule Rodels beziehen. Da lagen Haselnuss, Schneeball, Rosen, Vogelbeeren und andere Sorten am Samstag früh ausgestreckt auf unserer Terrasse. Das Einpflanzen braucht aber Fachwissen, wie ich schnell feststellen konnte. Ich sah Nunzia, wie sie pure Schafwolle in Stücke riss. Das hier sei ihre alte Bettdeckenfüllung, die nun quasi als Bett für die Wurzeln der neuen Pflanzen diene. Darüber komme dann wieder eine Humusschicht. Und dann natürlich Wasser, das jetzt dank unserm eigenen Brunnen gleich vor Ort zur Verfügung steht.
Weiter oben bereitete Thomas mit Kokosmatten das Bett für neue Obstbäume vor. Das Gelände ist aber so steil, dass ich mich nur mithilfe der Wanderstöcke hinauf getraue. Nun, Thomas weiss so viel über alte Apfelsorten und das Okulieren (Fachwort – bitte selber googeln!), dass man sich schon jetzt auf die erste Obsternte freut. Es geht aber um noch viel mehr als bloss um den zukünftigen Biss in den eigenen Apfel, denn die Aktion „Heckentag“ meint gelebte Biodiversität! Das ist auch das Anliegen unserer Gartengruppe. Da sind beispielsweise mehrere Beigen von Ästen und Zweigen in der Halde zu sehen – kein Abfall, sondern bewusst auf Dauer errichtet. Dann gibt es sogenannte Steinlinsen. In einen Erdaushub wurden linsenförmig Steine gelegt. Solche Holz- und Steinhaufen sollen als Unterschlupf für Kleinlebewesen dienen. „Hier können Käfer, Echsen. Frösche, Blindschleichen wohnen“, freut sich Christine. Ja, wir sind wirklich alle aktive Biodiversitätsleute, und auch die Gerstensuppe, die Heidi und Brigitta zum Zmittag servieren, enthält nur Bio-Gemüse. Unser Bild zeigt Christine tatkräftig beim Umsetzen des nationalen Heckentages.
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