Jetzt gab Heidi schon den zweiten Capunskurs

Wie man weiss steht unser Gemüsegarten an der Halde in vollem Betrieb und das Beet mit Mangold leuchtet derzeit in kräftigem Grün. Aber wohin mit den vielen Mangoldblättern? „Capuns machen“ heisst die Devise, doch nicht alle in unserer Genossenschaft kennen dieses Gericht. Die Menschen, die unter unserm Dach leben, kommen aus verschiedenen Himmelsrichtungen und sind mit der Bündner Küche mitunter nicht so vertraut.

Aber eine, die „Capuns“ schon seit ihrer Kindheit kennt, ist unsere Heidi! Die Churerin hat später ja auch ihrer Familie dieses Traditionsessen aufgetischt. Jetzt erklärte sie sich bereit, ihr Rezept mit der „Nicht-Bündnergarde“ im Haus zu teilen. Das hat sie ganz praktisch am Küchentisch und in unserm Gemeinschaftsraum umgesetzt. Schon der erste Capunskurs vor einigen Wochen war ein Erfolg, sodass letzten Samstag ein weiterer Kurs folgte. Daran nahmen eine Slowenin, ein Holländer und eine Deutsche teil (was zeigt, wie vielfältig unsere Gemeinschaft ist!)

Zuerst geht es ja um den speziellen Spätzliteig, wozu drei Eier, ein Esslöffel Salz und halb Milch halb Wasser benötigt werden. Man soll ihn eben mit der Holzkelle schön geschmeidig schlagen, worauf er dann noch glatte Peterli und andere Kräuter aus dem Garten bekommt. „Fleisch für die Capunsfüllung gibt es fixfertig beim Metzger Mark in der Altstadt“, erklärt Heidi. Man müsse die kleinen Stückli nur noch kurz anbraten. Anka jedoch macht eine vegetarische Füllung mit Kürbis, Peperoni und Kastanien.

Unterdessen sind die Mangoldblätter samt Stiel in kochendem Wasser blanchiert und in ein Sieb abgegossen worden. Auf unserm grossen Tisch im Gemeinschaftsraum beginnt jetzt das Füllen und Wickeln. Löffelweise kommt die Füllung aufs Blatt. Es stehen feuerfeste Schalen bereit, in welche die fertigen Päckli dicht aneinander platziert werden. Ab geht es jetzt in den Ofen, nachdem ein Guss aus Bouillon und etwas Milch darüber gegossen worden ist. „Wer will, kann auch noch Alpkäse darüber reiben“ meint Heidi. Vierzig Minuten bei 200 Grad! Inzwischen decken wir den Tisch, und weil ich Fotos gemacht habe, bin ich auch zu diesem Capunsschmaus eingeladen. Danke vielmals!

Übrigens: die Capuns tiefkühlen (vor dem Backen in Säckli abfüllen) geht auch prima.

Unser Bild zeigt die Kursteilnehmenden in voller Aktion.

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