Erde umschichten, Steine entfernen, Bretter aus Lärchenholz mit Plastik verkleiden und einsetzen, Zementsteine zuschneiden, den Flaschenzug bedienen, Eisenstangen senkrecht zur Stabilisierung ins Erdreich schlagen, Wasserleitung zu- und abführen – kurz: der steile Haldengarten gibt mehr zu tun als ursprünglich gedacht. Das sagt auch unser Jonathan, der die Regie bei diesen erwähnten Arbeiten führt. Und es ist nicht leicht, immer wieder Leute aus unserer Wohngenossenschaft zu animieren, um mitzuhelfen.
Aber es ist ja unglaublich: am Samstag nachdem gerade die erste Freitagabend-Bar mit vielen Gästen und entsprechend auch viel Arbeit beendet war, sehe ich schon wieder drei von uns mit Schaufel und Pickel hantieren. Sie füllen die Karette mit Erde, welche von ganz unten nach ganz oben befördert werden soll. Dazu hat Jonathan mithilfe eines alten Bergsteigerseils einen Flaschenzug eingerichtet, der oben um den Stamm eines Apfelbäumchens läuft. Sofern die Karette nicht kippt ist das eine gute Sache!
So oder so ist es eine strenge Arbeit. Wenn am Samstag mehrere Leute im Einsatz sind, dann werden diese immerhin zum Zmittag verpflegt wie kürzlich aus der Küche von Heidi. Und am übernächsten Samstag steht ein Höhepunkt an: der alte Brunnentrog aus Zement soll mit Handkraft eingesetzt werden. Klar könnte ein Kranwagen dies einfacher und präziser machen, doch das wäre viel zu teuer, meint Jonathan. Ihm ist schon klar, dass es noch einige Wochen dauert, bis man über neu zu legende Stufen zu den ebenerdigen Beeten gelangen und diese bepflanzen kann. „Aber das macht doch nichts – wir müssen keinen Termin einhalten.“ Jonathan, unser Hauswart und Gartengestalter, gibt nicht auf und greift nach unserm Gespräch gleich wieder zur Schaufel.
Auf unserm Bild von letztem Samstag: zwei Männer und eine Frau packen an.
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