Uns fehlt das Mittelalter!

Bei uns in der Genossenschaft bainviver läuft es ja wirklich rund! Das steht sogar in der neuen Ausgabe des Beobachters, wo es eine tolle Reportage zu lesen gibt. Richi und ich haben es in ganzer Grösse auf das Titelseitefoto geschafft. Da sieht man aber gleich, dass wir zwei zur älteren Generation gehören. Und das ist das Problem, über welches ich heute berichte.

Denn uns fehlt einfach das Mittelalter! Gemeint sind Menschen im Haus, die sich im Alter so ab Vierzig bis Sechzig bewegen. Die also Aufgaben übernehmen könnten, welche wir Alten nicht mehr so leicht schaffen. Ich denke zuerst an den Garten: jetzt sollten bald die drei Meter hohen Sonnenblumen mit der Axt gefällt werden, und wohin mit den dicken Stielen? Das steile Gelände stellt einfach hohe Anforderungen. Anka wäre sicher noch fit und motiviert, aber sie kommt gerade aus dem Spital und hat an beiden Füssen gleichzeitig Hallux operiert. Christine hat angekündigt, die Gartenaufsicht abzugeben, Thomas wiederum möchte den Hauswart angeben. Von Martina sagt man zwar, sie habe einen grünen Daumen, doch sie ist derzeit fest in eine Zweitausbildung mit Diplomvorbereitung eingespannt.

Aber klar, wir haben ja noch die WG mit vier jungen Leuten! Diese sieht man manchmal abends auf der Terrasse noch ‚eins rauchen‘. Und einmal sah ich tatsächlich Nils beim Heumähen mit der Sense. Für Einzelaktionen sind sie sicher zu haben. Doch sonst gestalten sie ihre knappe Freizeit doch lieber nach eigenen Plänen.

Jetzt hat unser Vorstand kürzlich ein „World- Café “ veranstaltet. An vier runden Tischen haben wir einen Abend lang im 20- Minutentakt Ideen aufs Papier gebracht. Was mir davon geblieben ist? Nun, wir Genossenschaftsleute sind halt einfach Individualisten. Wir passen uns nicht straff und auf länger Zeit in ein Schema ein, und von Verpflichtungen steht eigentlich nichts im Mietvertrag!

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