Jetzt läuft das Wasser!

Seit heute Nachmittag – einen Tag nach unserer Bewohnende-Versammlung – erfüllt der Brunnen im Garten an der Planaterrastrasse 11 seine Funktion als Wasserlieferant! Es ist das lange Werk von Jonathan und seinen Mithelfenden, allen voran Hansjörg. (Die beiden hätten eigentlich als Namengeber auf dem Brunnentrog stehen sollen, doch die gestrige Abstimmung darüber verlief in Bescheidenheit – nicht einmal die Jahreszahl soll erscheinen). Aber jetzt ist fertig mit Giesskannen-schleppen, denn mit dem am Hahnen angeschraubten Gartenschlauch kommt das Wasser überall hin. So simpel das jedoch tönt – die Technik dahinter ist anspruchsvoll. Jonathan steigt in den Schacht, der sich ganz oben auf unserm Steilgelände befindet, und kontrolliert die Anschlüsse. Dann erklärt er, wo das Wasser vom Brunnentrog aus weiter in eine Leitung fliesst und schliesslich im Erdreich versickert. Es gibt übrigens zwei Wasserhahne: einer liefert Trinkwasser, der andere Giesswasser für die Pflanzen. Eine kleine Einweihungsfeier mit „gespritztem Weisswein“ (also mit der Trinkwasserqualität) wäre daher doch eigentlich nett gewesen.

Nun, dazu gibt es in unserm Haus ja noch mehr Gelegenheiten. Gestern berichtete unsere Christine von der Gartengruppe, was es mit dem nationalen Heckentag auf sich hat. Dieser findet am 28. Oktober statt, und es sollen bitte möglichst viele auch auf unserm Gelände mitmachen. Der Baumpflanztag ist dann eine Woche später, am 4. November, mit Fachmann Thomas. Hecken, Äpfel, Gemüse, Blumen… Doch selber hätte ich halt gerne ein paar Trauben gehabt. Täglich sehe ich ja von meinem Fenster aus in den Weinberg des Bischofs, nur bei uns gibt es bislang keine Reben.

Doch das könnte sich noch ändern, wenn die geplante Pergola über den Sitzplatz gebaut wird. Gemäss unserer gestrigen Diskussion geht es um ein leichtes Bauwerk in Holz oder Metall mit Drähten, um die sich dann Trauben ranken könnten – wie im Tessin! Dass man dann für den drehbaren Stewi vielleicht nicht mehr genügend Platz haben würde, ist ein anderes Problem…

Auf unserm Bild: Jonathan begrüsst den ersten Wasserstrahl im selbst-installierten Brunnen.

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Der KulturPunkt nimmt jetzt richtig Fahrt auf

Nach der etwas sehr langen Sommerpause wusste man nicht so recht, wie es mit dem interkulturellen Restaurant KulturPunkt weiter geht. Aber jetzt ist frischer Wind eingekehrt, und die Zeichen stehen gut, dass das Lokal auch weiterhin geöffnet bleiben kann. Das jedenfalls versichert Rita Gianelli, Präsidentin dieses gemeinnützigen Vereins. Ihr ist es gelungen, mit Memet Memeti einen Fachmann für die Leitung Gastronomie zu engagieren. Memet und unser bewährter Jinod Murugiah als Leiter Küche sorgen dafür, dass „unser Lokal“ wirklich häufiger von Gästen aufgesucht wird.

Nun gibt es laufend Verbesserungen! Als erstes hat Memet die Menüpreise um fünf Franken gesenkt. Klar, da verlasse ich doch noch so gerne meine kleine Küche und esse zwei bis drei Mal pro Woche in netter Gesellschaft im KulturPunkt. Zumal ich ja nicht das ganze Menü wählen muss, sondern je nach Lust nur die Vorspeise oder den Hauptgang bestellen darf. Und es gibt immer gesunde Kost mit Gemüse!

Dann kann man morgens zum Café kommen und bezahlt für diesen bis 10 Uhr nur gerade Fr. 2.50. Ja und nachmittags ist nicht um 15 Uhr Schluss, sondern um 18 Uhr und am Freitag geht es ohnehin gleich weiter mit dem Barbetrieb. Das ist nämlich die nächste Neuerung: Wir Bewohnende von Planaterra 11 haben ja seit Juli jeden Freitag bis 22 Uhr die Bar mit Livemusik in Szene gesetzt, und das hat jetzt zu gewissen Ermüdungserscheinungen geführt. Aufgeben? Das hätten nun wieder Rita Gianelli und der Verein KulturPunkt gar nicht gerne gesehen, denn sie zählen weiterhin auf den Zuschuss aus dem Gewinn des Getränke- und Speisenverkaufs. Nun, Memet entlastet uns ab sofort und übernimmt das Gastrowesen, während wir Bewohnende uns „nur noch“ um die Musikengagements kümmern müssen. Zwar auch nicht leicht, denn die Freitagabend-Bar soll ja bis Weihnachten weiter geführt werden. Man schaut halt, wer Beziehungen zu Musikleuten hat, und ja, ich verrate jetzt eine Neuigkeit: Festhalten! Am Freitag, 20. Oktober, treten Hampa Rest mit Pianist Benno Bernet bei uns auf! Es gibt Elvis Love Songs zu hören. Mehr dazu in einem späteren Blog. Unser Bild: Memet in seinem neuen Wirkungskreis im KulturPunkt.

Freitagabend-Bar: ein Hit im Quartier!

Erst hiess es: Wir betreiben jetzt während der Betriebsferien des KulturPunkts eine Freitagabend-Bar, einfach um das Restaurant bekannter zu machen und damit es auf unserm Gelände im Juli und August nicht allzu ruhig ist. Doch inzwischen ist diese Freitagabend-Bar zu einem Hit im Quartier geworden und soll bis Oktober weiter geführt werden.

Doch der Reihe nach: wir Bewohnende an der Planaterrastrasse 11, eigentlich alle ohne jede Gastroerfahrung, legten am 7. Juli einfach los, möblierten den Gartenplatz mit Sitzplätzen, hängten bunte Lämpchen auf, kauften Getränke ein, engagierten ein kleines Musikensemble mit Sängerin, legten für deren Mikrophon ein Stromkabel – fertig. Jemandem fiel noch ein, dass man doch zum Apéro nette Käse-Salami-Plättchen herrichten könnte. Um es gleich zu sagen – wir wurden an der ersten Freitagabend-Bar vom Gästezuspruch fast überrollt. Kurz bevor Coop Quader schloss musste Hansjörg nochmals Biernachschub besorgen, in der Küche gab es nicht mal mehr Chips, und wir waren nach 22 Uhr ziemlich erschöpft.

Der nächste Freitagabend mit einer Solo-Sängerin verlief dann ruhiger. Ich hatte die Idee, den Anlass jeweils mit einem Plakat anzukündigen, gestaltete dieses fortan und stellte es ins Internet, während die laminierten Plakate am Platz montiert wurden. Ohne dass Sitzungen und Protokolle notwendig waren wurden andere beim Einkauf und in der Küche kreativ: die Apéro-Plättli waren jetzt eine Augenweide – so schön mit ein bisschen Grün, einem Melonenschnitz oder einer halben Feige dekoriert! Plötzlich gab es auch selbstgemachte Suppe und Kuchen im Angebot. Dazu muss man sagen, dass das Bar-Team Unterstützung von auswärtigen Genossenschafts-Mitgliedern bekommt. So werkt immer ein anderes Team zusammen – ich selber war kürzlich an der Kasse und lernte dabei, worauf man bei Twint-Zahlenden achten soll.

Was die Kasse betrifft: Bilanz zieht jeweils Brigitta. Sie ist zufrieden „wenn wir gerade gut herausmögen“, aber jeden Überschuss leitet sie an den Verein KulturPunkt weiter, damit dieser seine sozialen Aufgaben weiterhin wahrnehmen kann. Wer also als Gast jeweils freitags bei uns erscheint – drinnen oder draussen je nach Wetter – tut sich selbst und auch anderen etwas wirklich Gutes! Und ja – über das wechselnde musikalische Angebot gäbe es noch eine weitere Story – für ein anderes Mal!

Unser Team in der Küche.

Der KulturPunkt fährt jetzt E-Bike

Kürzlich konnte Rita Gianelli, Präsidentin des Vereins KulturPunktGR, ein gebrauchtes E-Bike entgegennehmen. Also um es kurz zu machen – ich bin die Spenderin dieses Zweirades und hänge meine gute Tat jetzt an die grosse Glocke. Es heisst ja: tue Gutes und sprich darüber.

Seit rund siebzig Jahren fahre ich Velo, die letzten zehn Jahre mit einem E-Bike. Quasi täglich sass ich im Sattel, für den täglichen Kram, aber auch für mutige Touren im Ausland, einst mit meinen Kindern, späte9r mit Gruppen und Begleitbus, zuletzt oft ab Bonaduz in die Badi Thusis. Doch seit ich in Chur am Rand der Altstadt wohne bin ich ängstlich geworden. Die Ecke zur Reichsgasse oder die Kreisel beim Quader und bei der Grabenstrasse sind nicht gerade übersichtlich und ruhig. Und überhaupt – was solls, der Bus kommt ja alle paar Minuten….

Also blieb das gute Velo verstaubt im Ständer. Das passt aber nicht zu meinem Motto des Loslassenkönnens. Denn die gute Tat lag ja vor der Haustüre: ich konnte das Zweirad dem KulturPunkt schenken. Rita Gianelli, Präsidentin dieses sozial engagierten Vereins, hatte auch gleich einen Verwendungszweck im Auge. Sie sagte, sie wolle das Fahrzeug als Werbeträger gestalten, das heisst. es sollten Banner mit der Aufschrift KulturPunkt gut sichtbar über den Einkaufskorb am hintern Rad gelegt werden. Alsdann solle das Velo den Mitarbeitenden im Restaurant zur Verfügung stehen. Zukünftig könne also Memet, der neue Geschäftsleiter Gastronomie, sich in den Sattel schwingen und damit Einkäufe in der Stadt tätigen. Auch Gäste könnten das Velo bei Bedarf benutzen.

Somit erfüllt mein altes Velo eine nützliche Aufgabe! Und ich darf mich schon selber ein bisschen für meine gute Tat loben. Da habe ich doch gleich noch ein Foto gemacht wie Rita mein schönes E-Bike in Empfang nimmt.

Rita hat guten Verwendungszweck für dieses E-Bike.

Und so haben wir die Bundesfeier gefeiert

Bei uns im Haus Planaterra 11 werden Termine ja lange im Voraus geplant. Zum Beispiel soll man sich für die Freitagabend-Bar jetzt schon bis im September auf der Liste eintragen, wenn man für ein Ämtli eingesetzt werden kann. Aber punkto Bundesfeier blieb alles ruhig. Nun, ein paar Tage vor dem 1. August holte ich mal meine Landesflagge 90x90cm aus dem Estrich und hängte sie gut sichtbar an den Gartenzaun.

Aber dann ging es auf unserer Plattform beUnity richtig los. Heidi und Martina kamen mit dem Vorschlag für ein Treffen zum Raclette-Abend und fragten: wer ist dabei, wer bringt was mit? Als erste antwortete Anka mit „Wassermelone“. Das war jetzt zwar nicht gerade typisch für Raclette, aber unser Hauswart Jonathan offerierte sogleich einen gemischten Salat à la mode du chef. Dann folgten mehrere Angebote mit Gschwellti und Käse und schliesslich auch noch für Wein und Guetzli.

Selber stellte ich einen Weisswein in den Kühlschrank und wartete mal ab. Als es dann in unserm hübsch mit Lampion und Fähnchen dekorierten Gemeinschaftsraum los ging, zeigte es sich, dass wir ein riesiges Raclette-Buffet hatten. Es gab Sösschen, Gewürze, Zwiebelchen usw. Auch zwei elektrische Raclette-Öfen waren plötzlich aufgetaucht. Allerdings – als wir diese mit der Steckdose verbanden ging das Licht aus! Also nur einen Ofen aufheizen und dafür noch die mit Kerzen betriebenen kleinen Geräte aktivieren. Nun sassen also zehn sehr fröhliche Leute am Tisch. Gegen Ende des Schmauses standen plötzlich zwei Jungs unserer Studi-WG im Raum. Nein, die Landeshymne konnten sie auch nicht singen, aber immerhin formierten sie sich zusammen mit Heidi zum Rütlischwur.

Der Garten gibt mehr zu tun als gedacht

Erde umschichten, Steine entfernen, Bretter aus Lärchenholz mit Plastik verkleiden und einsetzen, Zementsteine zuschneiden, den Flaschenzug bedienen, Eisenstangen senkrecht zur Stabilisierung ins Erdreich schlagen, Wasserleitung zu- und abführen – kurz: der steile Haldengarten gibt mehr zu tun als ursprünglich gedacht. Das sagt auch unser Jonathan, der die Regie bei diesen erwähnten Arbeiten führt. Und es ist nicht leicht, immer wieder Leute aus unserer Wohngenossenschaft zu animieren, um mitzuhelfen.

Aber es ist ja unglaublich: am Samstag nachdem gerade die erste Freitagabend-Bar mit vielen Gästen und entsprechend auch viel Arbeit beendet war, sehe ich schon wieder drei von uns mit Schaufel und Pickel hantieren. Sie füllen die Karette mit Erde, welche von ganz unten nach ganz oben befördert werden soll. Dazu hat Jonathan mithilfe eines alten Bergsteigerseils einen Flaschenzug eingerichtet, der oben um den Stamm eines Apfelbäumchens läuft. Sofern die Karette nicht kippt ist das eine gute Sache!

So oder so ist es eine strenge Arbeit. Wenn am Samstag mehrere Leute im Einsatz sind, dann werden diese immerhin zum Zmittag verpflegt wie kürzlich aus der Küche von Heidi. Und am übernächsten Samstag steht ein Höhepunkt an: der alte Brunnentrog aus Zement soll mit Handkraft eingesetzt werden. Klar könnte ein Kranwagen dies einfacher und präziser machen, doch das wäre viel zu teuer, meint Jonathan. Ihm ist schon klar, dass es noch einige Wochen dauert, bis man über neu zu legende Stufen zu den ebenerdigen Beeten gelangen und diese bepflanzen kann. „Aber das macht doch nichts – wir müssen keinen Termin einhalten.“ Jonathan, unser Hauswart und Gartengestalter, gibt nicht auf und greift nach unserm Gespräch gleich wieder zur Schaufel.

Auf unserm Bild von letztem Samstag: zwei Männer und eine Frau packen an.

Tränen vor der Sommerpause

Kaum zu glauben – nur drei Monate waren wir zusammen mit den KulturPunkt-Leuten, und schon sind sie uns so lieb geworden, dass beim Abschied Tränen fliessen. Dabei war es doch ein ziemlich harziger Start, als dieses neue Restaurant im April eröffnet worden ist: niemand wusste so genau, was am besten bei den Gästen ankommt. Sollten es täglich zwei verschiedene Menüs sein, wäre ein Zmorge-Buffet angesagt, am Montag geschlossen oder doch besser am Samstag? Und ja – es gab halt nicht alles wie sonst in einer Beiz. Ich mit grossem Durst bekam also einmal nicht mein geliebtes Panaché, andere fragten umsonst nach einem Kindermenü oder Gipfeli zum Café. Für Flurina, Chefin vom Service, waren wir nicht gerade einfache Gäste!

Doch inzwischen war der KulturPunkt tatsächlich zur erweiterten Stube unseres Hauses geworden. Man traf immer jemanden am langen Tisch zu einem Schwatz an, man liess sich gerne von Elisabeth aus Eritrea den Café bringen, und wer wie ich nicht so gern selber kochen wollte, der wurde hier mittags wirklich gut verpflegt. Doch dann hiess es, dass im Juli Betriebsferien angesagt seien. Gleichzeitig gebe es einen Wechsel im Personal. Das hörten wir nun weniger gern, denn die meisten hatten doch das Team ins Herz geschlossen. Kurz und nicht so gut – in der letzten Juniwoche kam die Einladung zum Abschieds-Apéro für die drei, die uns verlassen. Es gab Blumen und unsere Nunzia sowie Rita vom Verein KulturPunkt sprachen bewegende Worte, sodass da und dort Tränen flossen.

Aber Wechsel ist der Lauf des Lebens. Zwar ist das Restaurant jetzt im Juli geschlossen, doch es gibt ja noch die Freitag-Abend-Bar ab 7. Juli, immer von 17 bis 22 Uhr. Da bin ich selber auch aktiv und es gibt sicher wieder Stoff zum Berichten. Hier aber noch stellvertretend für das Team ein Bild von Elisabeth, die uns im Service so gut betreut hat.

Ich – feig am Flüchtlingstag

Dieses Wochenende gibt es ja die Gedenkaktion für alle verstorbenen Flüchtlinge. In der Martinskirche wurden nonstopp Namen der auf der Flucht nach Europa Verstorbenen gelesen. Auch ich habe „Beim Namen nennen“ mitgemacht und war am Sonntag für 07.00 Uhr für eine halbe Stunde eingeschrieben. Ich nahm den Südausgang unseres Hauses und lief zur Kirche. Fünfzehn Seiten las ich etwa so: „15. 02. 09 vier namenlose Männer aus dem Maghreb, ertrunken, nachdem das Boot auf einen Felsen lief und zwanzig Meter vor der Küste Lanzarotes sank.“

Dann unterschrieb ich noch die Petition von amnesty international und machte mich auf den Heimweg, diesmal nahm ich den Eingang Parterre. Aber da lagen zwei Gestalten wie Katzen zusammengerollt auf dem Boden bei den Briefkästen und schliefen. Ich rief nicht gerade freundlich: Hallo, was ist hier los? könnt ihr bitte sofort verschwinden?“ Die beiden jungen dunkelhäutigen Männer nahmen ihren Turnsack und machten sich wortlos davon.

Gleichzeitig ist mir eingefallen, dass ich ja gerade recht selbstzufrieden von der Aktion Flüchtlingstag herkam. Und jetzt hatte ich nichts Gescheiteres zu tun als zwei Unglückliche ohne Unterkunft davon zu jagen? Hätte ich ihnen bei mir einen Café anbieten sollen? Oder in unserm Gemeinschaftsraum ein Frühstück offerieren? Noch besser unser Gästezimmer, das ja gerade frei ist, samt Dusche zur Verfügung stellen? Mindestens hätte ich Ihnen ein Nötli in die Hand drücken können!

Also jetzt schäme ich mich ziemlich. Den Vorfall habe ich dann auf unserm Kanal byUnity allen Mitbewohnenden berichtet – bis jetzt ist noch keine Reaktion eingetroffen. Schon klar, wenn diese Schlafstätte in unserm Eingangsbereich die Runde unter Obdachlosen macht, dann haben wir noch öfters solche Gäste. Wie so oft hat zum Thema Flüchtlinge niemand ein Rezept.

Von Ping-Pong, Feuerschale und Grill

Man kann davon ausgehen, dass der Austausch in einem Genossenschaftshaus intensiver ist als in einem üblichen Wohnquartier. So war es ja zu erwarten, dass die Leute an der Planaterrastrasse 11 ein paar eigene Sachen allen Bewohnenden zur Verfügung stellen wollen. Jetzt, wo die Umgebungsarbeiten fast abgeschlossen sind, kann der Sommer kommen!

Gestern an unserer monatlichen Sitzung hat zum Beispiel Martina ihre Feuerschale zum Einsatz angeboten. Aber Hansjörg möchte lieber auf eigene Kosten einen tollen Kugelgrill anschaffen. Einwand: beim Südeingang befindet sich ja ein massiver Gartengrill – wem gehört denn dieses Gerät? Nun, Nils aus unserer Studi-WG hat es bei der Treppe parkiert und sollte es halt noch vor Sommerende reparieren.

Da kommt jedoch die blaue Tischtennis-Platte gerade zur rechten Zeit! Diese stammt aus dem früheren Besitztum von Susanna und wurde gestern angeliefert. Ja, laut Google darf man Ping-Pong oder Tischtennis sagen, sofern man diesen Sport auf Amateurstufe ausübt. Also unser Rienk und seine Tochter Inka haben gleich zu den Schlägern gegriffen und los gings. Hin und her flog der Ball zur Freude der Gäste auf der Terrasse des KulturPunkts.

Dumm nur, dass man eigentlich auch zur strengen Gartenarbeit aufgerufen wäre. Die steile Halde wird derzeit terrassiert für Beete und Sitzplätze. Vor diesem Einsatz mit Pickel und Schaufel drücke ich mich und rede mir ein, dass ich dafür keine Rückenschmerzen bekomme. Alle andern haben hoffentlich genügend Voltaren u. Co. oder einen Masseur zur Hand.

Unser Bild: Auf unserm Hausplatz wird neuerdings Ping-Pong gespielt.

Wechselbad der Gefühle

Was wir gestern im Haus Planaterra 11 erlebt haben, war ein Wechselbad der Gefühle. Krass ausgedrückt feierten wir erst fröhlich einen Geburtstag und zwei Stunden später mussten wir vom möglichen Betriebsende „unseres“ Restaurants KulturPunkt erfahren.

Wir hatten ja diese Einladung zu einer Sitzung mit zwei Personen aus der Betriebsleitung des Restaurants, auf 18 Uhr. In der Annahme, dass zwei Stunden vorher schon die meisten Mitbewohnenden im Haus sind, hat unsere Martina spontan eine e-mail an alle verschickt: „Lade euch gerne vor der Sitzung in meine Wohnung ein, um mit mir auf meinen Geburtstag anzustossen“. Und das hat funktioniert! es gab ein lustiges Treffen an Martinas rundem Tisch: Hoch soll sie leben!

Aber wir wussten ja, dass es zum Thema „KulturPunkt“ nicht mehr viel zu lachen gab. Wenige Tage vorher waren alle im Haus von einem Herrn Eric, den die wenigsten je gesehen hatten, in einem Rundschreiben ziemlich unsensibel so informiert worden:

Der Vorstand sieht sich vor der Dringlichkeit, einerseits die Personalkosten zu reduzieren und andererseits bis Ende Sommer zusätzlich CHF 100’000.- zu generieren. Gelingt dies nicht, muss das Projekt per Ende September 2023 eingestellt werden.

Da war nun guter Rat teuer, denn offensichtlich fehlen die Gäste. Während zwei Stunden wurden Vorschläge gemacht wie „Montag offen – Samstag zu“ anstatt umgekehrt, Freiwillige an die Abwaschmaschine, Foundraising. Denn wie wir wissen geht es ja um mehr als um eine neue Beiz in Chur: KulturPunkt hat eine soziale Aufgabe, will Menschen aus diversen Kulturen zusammenbringen. Nun, schon am Samstag, 10. Juni, gibt es dazu die beste Gelegenheit. Dann werden nämlich mehrere Hochbeete vor dem KulturPunkt eingeweiht. Das HEKS lädt alle dazu ein, hier die Erde zu bewirtschaften und „Samenbomben“ zu bauen. (Aber ich habe keine Ahnung, was das für Bomben sind – hoffentlich nichts Gefährliches.)

Unser Bild zeigt Martina an ihrem spontanen Geburtstagsfest.

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