Was an einem gewöhnlichen Wochenende so alles in unserm Haus an der Planaterrastrasse 11 so läuft! An sich hat ja das Restaurant Kulturpunkt dann geschlossen. Aber die Küche und die Lokale im Erdgeschoss sind dann häufig vermietet. So richtete sich der Verein „Slow food“ fast den ganzen Sonntag ein. Sechs Teilnehmende unter der Leitung von unserer Priska befassten sich mit dem authentischen Backen von Nusstorten. Das bedeutete, dass alle Zutaten aus unserer Region stammten und selbstredend „Bio“ waren: Butter, Mehl, Eier, Honig und die Baumnüsse.
Mit dem Knacken der Nüsse – sie stammten von Flavia Brüesch auf der andern Seite der Plessur – ging es los. Aber unterdessen tat sich fast gleichzeitig etwas Sonderbares auf unserm Gartengelände. Was die Halde doch so preisgibt, wenn der Boden im Frühjahr wieder mit der Hacke bearbeitet wird! Die beiden Gartenleute Martina und Rienk staunten nicht schlecht, als sie plötzlich Knochen entdeckten. Martina: „Da kam neben Menschenknochen auch ein Gebiss zum Vorschein!“ Was tun? Martina und Rienk wendeten sich an den Archäologischen Dienst des Kantons, und diese Stelle schickte auch sofort einen Forensiker vorbei. Es soll jetzt abgeklärt werden, woher und aus welcher Zeit dieser Fund stammt. Handelt es sich etwa um die sterblichen Überreste von alten Römern oder von Soldaten aus dem Suworov-Heer? Klar ist, dass unsere Halde noch so manches Geheimnis im Boden verbergen kann.
Unterdessen waren die Nusstorten fertig gebacken und in feine Stücke geschnitten. Es stellte sich ein interessiertes Publikum zur Degustation ein. Am langen Tisch wurde gekostet, verglichen, Café getrunken und Punkte verteilt. Geschmack, Textur, Aussehen musste geprüft werden. Für mich als Laie wäre es schwierig gewesen, überhaupt Unterschiede festzustellen. Aber so bunt ist eben das Leben in und um unser Haus. Da wäre allerdings noch die andere Geschichte mit der eingemieteten Geburtstagsparty vom Samstagabend: Autos waren wieder einmal falsch parkiert und eine nicht gerade kleine Schar von Teenies tummelte sich doch tatsächlich auf dem Dach unseres Velohauses. Aber das ist wieder eine andere Geschichte!
Unser Bild: Martina und Rienk untersuchen den Haldenboden.


