Ja, der Sommer an der Planaterrastrasse 11 war sehr gross! Es gibt für alle Bewohnenden Birnen, Zwetschgen, Pflaumen, Zucchetti…und mancher Überfluss wandert auch in die vegetarische Küche unseres Bistros. Jedoch – und jetzt folgt das grosse „Aber“ – dieses Bistro mit dem Namen Kulturpunkt hat noch nicht den Gästezustrom, den es für finanzielle Unabhängigkeit benötigen würde. Wir von der Genossenschaft, die im Haus wohnen, können noch so viele ehrenamtliche Einsätze leisten – die Zukunft des Kulturpunkts ist gleichwohl ziemlich ungewiss. Und ja, es soll in der Stadt wirklich Menschen geben, die bisher noch nie etwas vom Kulturpunkt gehört haben oder keine Ahnung haben, wo sich dieses Lokal befindet.
Daher haben wir kürzlich eine Supportgruppe gegründet. Die Idee ist, Sponsoren und Sympathisanten zu finden, also Leute, die uns nicht nur ideell grossartig finden, sondern ganz praktisch ein bisschen Geld in die Kulturpunkt-Kasse fliessen lassen. Ich wurde beauftragt, einen Sponsorenbrief zu entwerfen. Im Google findet man dazu Musterbriefe. Ich schlage also einen freundschaftlichen Ton an und erkläre den neuen Begriff „Soziokultur“. In unserm Fall besagt Soziokultur kurz gesagt, dass am langen Tisch im Bistro Leute mit und ohne Flüchtlingshintergrund ganz normal zusammen sitzen, auch ohne etwas zu konsumieren. Es funktioniert ja gar nicht schlecht, aber dazu war und ist weiterhin Facharbeit nötig.
Nun, mein Brief wird jetzt von der Supportgruppe begutachtet. Doch das Schwierige folgt erst noch! Wer sind unsere Adressaten? Wir waren aufgefordert, unsere Beziehungen zu Vereinsvorständen mitzuteilen. Auf der Homepage unserer Stadt gibt es ja eine Liste aller Vereine. Aber ob der Pfadfinder-Verein, der BTV, Khur Pride und die Rosengesellschaft nicht doch selber auf Sponsorensuche sind? Also eher Banken und Parteien?
Wenigstens bilden unsere Freitagabend-Konzerte eine kleine Hilfe! Die Musiker spielen nur für ein Hutgeld und was konsumiert wird geht in die Kulturpunkt-Kasse. Gerade das Konzert vom letzten Freitag mit dem Gypsyjazz Gitarrenduo Schmidt und Sgier war wieder so ein stimmungsvolles Erlebnis. Auf dem Platz unter dem Sternenhimmel haben wir den „grossen Sommer“ verabschiedet und den ersten Herbstmonat begrüsst (siehe Foto). Es geht weiter mit den Freitagabend-Konzerten….





